FIA-Rallye-Pyramide: Prachtbau oder Turmbau zu Babel?

Diskusionen zum Thema Rallye und Rallyesprint Veranstaltungen

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MartinGSI
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Re: FIA-Rallye-Pyramide: Prachtbau oder Turmbau zu Babel?

Beitrag von MartinGSI » Di Dez 24, 2019 15:17

Also mal ganz ohne Wertung.

Es gibt hier ein Unterforum Rallye.
In diesem Wurde ein (meiner Meinung nach) Rallye Thema gepostet.
Über den Umgangston möchte ich mich jetzt nicht auslassen (hilft ja wohl auch nix).

Wo ist das Problem? Wenns nicht interessiert der braucht ja nix lesen oder gar schreiben.
Hier sind zwar viele Slalomfahrer, aber A nicht ausschließlich und B solls ja auch leute geben die sich für beide Sportarten interessieren. Also passts doch!

Sollte ich (wie auch immer) zur Unruhe beigetragen haben, tut es mir leid. Eigentlich würde sich doch das ganze von selbst erledigen. Wenns niemand interessiert, dann schreib niemand was, dann ist das Thema tot. Und wenn das nicht passiert hats ja seine Berechtigung, oder?

Wünsche allen mal besinnliche Feiertage (ihr wisst schon, das ist die Zeit wo man seiner Frau erklärt warum man wieder neue Teile fürs Auto kaufen "muss".)!!!
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Andi Lugauer
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Re: FIA-Rallye-Pyramide: Prachtbau oder Turmbau zu Babel?

Beitrag von Andi Lugauer » Mi Feb 12, 2020 18:44

PumaTreter hat geschrieben:
Fr Dez 20, 2019 21:40
Vor der Diskussion bitte ich euch darum zu prüfen, ob Fragen wie "Wo soll denn nun dieses oder jenes Fahrzeug hin?" hier richtig sind. Ich denke nein, denn die sollte jemand dem DMSB stellen und dann das Ergebnis hier veröffentlichen. Warum? Der DMSB ist am Ende die Instanz, die es entscheidet, nicht wir.
Ich hätte eigentlich gedacht, das wäre die FIA. Und der DMSB lediglich einer der nationalen verlängerten Arme, die die Beschlüsse der FIA in die Praxis umsetzen.

Aber egal. Es zeichnet sich jetzt schon ab: Mit der "neuen Ordnung" der FIA-Rallye-Pyramide hat sich überhaupt nichts geändert. Wie viele Bewerbermarken sind es denn beispielsweise bei "Rally 4" oder "Rally 5"? Maximal zwei bis drei, oder? Wer will sich so etwas ansehen? Wen interessiert so etwas?

Man hat nun wahrlich nicht das Gefühl, daß ein bunter Wettbewerb unter möglichst vielen verschiedenen Fahrzeugen und möglichst vielen unterschiedlichen Fahrerpersönlichkeiten besonders gefragt wäre. Zumindest nicht bei jener Lobby, nach deren Willen die Entscheidungsträger agieren. Einer Lobby, die es offiziell gar nicht gibt!

Da lobe ich mir doch die Zeiten, als es beispielsweise bei den Formel 2-Kitcars sieben bis acht verschiedene vertretene Marken gab. Oder ähnlich viele in der Kategorie der Super 1600. Warum soll das heute nicht mehr gehen?

Ich bezweifle, daß seitens der obersten Verwalter des Rallyesports wirklich alle Register gezogen werden, um möglichst viele Hersteller für ein Engagement in eben diesem Rallyesport zu gewinnen. Und das quer durch alle Klassen und Kategorien. Eher hat man den Eindruck, man will bewußt eine Inzucht im wahrsten Sinn des Wortes heranzüchten. Und über ein paar Platzhirschen, die ausschließlich das große Geld machen sollen, einen Glassturz stellen.

Zwar halte ich das für immens kontraproduktiv (letztendlich für alle Beteiligte), aber die Gier ist ein Luder, sagt man. Und ich halte es auch nicht für abwegig, daß sie bisweilen auch für eine Art Rausch der Sinne sorgen kann (die das klare Denken verhindert). Oder haltet Ihr das für richtig oder normal, daß eine derartige Monotonie im Wettbewerbsgeschehen herrscht?

Übrigens denke ich, daß "wir" (die Fans oder auch mehr, wie z.B. diverse sportlich Aktive) zwar keine unmittelbar sportpolitisch entscheidende Instanz sind. Letztendlich sind aber wir sehr wohl diejenigen, die den ganzen Zirkus bezahlen oder in einer anderen Form unterstützen und damit aufrechterhalten. Wir haben also durchaus auch Rechte. Unser Wort sollte also ein gewisses Gewicht haben.

Sachlich durchdachte Antworten zum Thema sind jederzeit willkommen.
Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist nicht zielführend. Denn der führt nach Unten.

MartinGSI
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Re: FIA-Rallye-Pyramide: Prachtbau oder Turmbau zu Babel?

Beitrag von MartinGSI » Do Feb 13, 2020 14:12

Also deine Argumentation ist ja nicht falsch, allerdings übersiehst du (meiner Meinung nach) eine Kleinigkeit.

Eine Homologation kostet eine menge Geld. Würde man den Homologationszwang durch die Werke lösen, würden der FIA große Einnahmen abgehen. DAS werden die nicht machen. Lieber wird der Sport "totgewirtschaftet".
Ein Beispiel ist doch der "Promoter". Da werden die Fernsehrechte für die WRC für viel viel Geld an einen Promoter verkauft und niemanden stört es, das dieser sogar Regional Sendern Berichte über Veranstaltungen untersagt bzw enorme Summen für die "Erlaubniss" haben wollen. Es kann doch nicht sein das im Deutschen Fernsehen NICHTS aber auch GARNICHTS vom Deutschen WM Lauf zu sehen war, aber ein 30 minütiger Bericht vom Sautrogrennen auf der Donau rauf und runter läuft!

Mir als FIA wäre das schon wichtig das "meine" Meisterschaft auch ordentlich Promotet wird. Nicht falsch verstehen, Redbulltv ist klasse, aber die Breite Masse bekommt NICHTS von der Meisterschaft mit (ist ja in der DRM der selbe mist).

Im Deutschen Sportfernsehen (ja sowas gabs mal, heute Sport1) gabs von jedem DRM lauf in den 90ern einen 60-90 minütigen Bericht wo übrigens auf kleinere Teams und "lokal Heros" gezeigt wurden. So hatte der Sport auch noch eine Präsenz in der Öffentlichkeit. DAS ist das Grundproblem.
Solange man das nicht ändert, ist die fehlende Markenvielfalt nur eine Folge!
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Andi Lugauer
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Re: FIA-Rallye-Pyramide: Prachtbau oder Turmbau zu Babel?

Beitrag von Andi Lugauer » Mo Feb 17, 2020 18:08

MartinGSI hat geschrieben:
Do Feb 13, 2020 14:12
Also deine Argumentation ist ja nicht falsch, allerdings übersiehst du (meiner Meinung nach) eine Kleinigkeit.

Eine Homologation kostet eine menge Geld. Würde man den Homologationszwang durch die Werke lösen, würden der FIA große Einnahmen abgehen. DAS werden die nicht machen. Lieber wird der Sport "totgewirtschaftet".
Nur, damit ich dem Ganzen (gedanklich) auch wirklich richtig folgen kann: Wie funktioniert das eigentlich - das Zusammenspiel zwischen der FIA als verwaltende Einheit und den sportlichen Abläufen in der Rallye-Praxis? Wie war das möglich, daß es einmal sieben, acht oder noch mehr verschiedene Wagen in einer Kategorie gab (Formel 2, Super 1600,...ja sogar WRC!), und warum soll das heute nicht mehr gehen? Und Eines muß man auch der Gruppe A zugute halten: Sie war zwar an Attraktionen in der Praxis eher schwach (meiner Meinung nach). Aber es hatte vom Rover Vitesse bis zum profanen 1300er-Kadett jedes erdenkliche in größerer Stückzahl produzierte Auto eine Homologation. Was war da anders?

Ist es wirklich so, daß die sportliche Qualität überhaupt nichts mehr zählt? Und daß die Basis auf einem so gesunden Fundament steht, daß es Sinn macht, sich für den Sport zu engagieren - egal mit welcher Tätigkeit? Ist nur mehr das Vermehren von Bürokratie und von aufgeblähten Hierarchien wichtig?

Das sind keinesfalls bloß rhetorische Fragen. Sie verlangen nach einer Antwort. Und das bald.
Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist nicht zielführend. Denn der führt nach Unten.

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