Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

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Moderator: EWO

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ronmann
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Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von ronmann »

Die Frage erscheint erstmal banal, aber so 100% sicher bin ich mit der eigenen Beantwortung gar nicht.
Stellt euch 2 identische Reifen vor, einziger Unterschied: Der Tragfähigkeitsindex ist einmal 91 und einmal 94, wobei der mit 94 logischerweise steifer ist.
Welcher ist denn in der Lage an der Vorderachse mehr Grip aufzubauen?
Erste Vermutung: der steifere Reifen mit 94
Wirklich? Beim Stoßdämpfer ist es doch anders. Die Achse die man weicher macht, bekommt mehr Grip.
Danke!
Thomas B.
Zaungast
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Re: Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von Thomas B. »

Ich kenn mich zwar nix aus, aber ich sag mal grundsätzlich je weicher desto Grip.
Aber natürlich kommt's wie immer drauf an. :D
Aufs Fahrwerk z.B.

Bin schon auf die Fachmeinungen gespannt. :)
ronmann
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Re: Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von ronmann »

Aber der weiche knickt auch mehr weg :roll:
Thomas B.
Zaungast
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Registriert: Di Jul 08, 2014 09:00

Re: Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von Thomas B. »

Aber mechanischen Grip solltest ja trotzdem besseren haben.
Wie gut der umsetzbar ist liegt dann am restlichen Setup und am Fahrer denke ich, wird also so pauschal nicht zu beantworten sein.
ronmann
Ordentliches Forumsmitglied
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Re: Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von ronmann »

BMW E90 mit AC Schnitzerfahrwerk, also nix für die Rennstrecke. Der negative Sturz vorn ist ausgereizt und mehr will ich nicht investieren. Die leichte Untersteuerneigung stört. Je steifer der Reifen desto ausgeprägter.
Ein Gedanke wäre zB den Bridgestone RE002 Adrenaline vorn in 225/45R17 und Tragfähigkeitsindex 91, hinten 94, falls das wirklich so ist, dass ich dann in engen Kurven vorn bissl gewinne.
Mein Eindruck ist aber auch, dass die weichen Reifen hinten, weil sie wegknicken und dadurch mitlenken, das Untersteuern beseitigen.
Mit weichen Michelin PS3 hab ich fast kein Untersteuern, aber mit Bridgestone ist der Grenzbereich trotz über die VA schieben trotzdem höher.
Ich hatte auch tatsächlich mal hinten RE002 Adrenaline und vorn PS3, allerdings war das nicht ideal, weil der Michelin nunmal eher abschmiert. Dafür war hohes Autobahntempo angenehmer als mit PilotSport3 rundrum.
Thomas B.
Zaungast
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Re: Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von Thomas B. »

Aah, Details! :-D

Also so wie du das beschreibst würde ich vorne hart (Bridgestone?), hinten weich (Michelin?) probieren. Das funktioniert bei mir auch am Besten gegen Untersteuern (mit Straßenfahrwerk). Evtl. mit Luftdruck nachjustieren.
Aber ob Lastindex 91 vs. 94 beim ansonsten gleichen Reifen einen spürbaren Unterschied macht... :?:

"Mehr Grip" bekommst du damit aber natürlich nicht. :wink:
ronmann
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Re: Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von ronmann »

Aber mit weichen Michelin auf der HA fühle ich mich doch recht unwohl bei >200 auf der Autobahn.
94 zu 91, das merkt man. Kenne den Vergleich beim Bridgestone RE050a.
Den könnte ich auch einfach nach vorn machen und hinten den doppelt so haltbaren Potenza S001, der aber etwas weniger Haftung bietet. Problem auch gelöst;)
Mich hat einfach interessiert, aber es ne klare Aussage dazu gibt, ob man mit Tragfähigkeitsindex 91 oder 94 mehr Grip hat, aber wie es scheint, ist die Beantwortung gar nicht so leicht.
Thomas B.
Zaungast
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Re: Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von Thomas B. »

[Halbwissen]
Ja, weil der mechanische Grip des Reifens mit der Steifheit der Flanke keinen grundsätzlich direkten Zusammenhang hat.
In der Theorie baut der weiche mehr Grip auf.

Dein Problem dürfte aber eher nicht im mechanischen Grip liegen, sondern eher im Fahrdynamischen, wo dann Fahrwerk, Felgenbreite, Gewichtsverteilung und sowieso alles eine Rolle spielen.
[/Halbwissen]

Grundsätzlich verstehe ich das aber gerade so, dass du dein Auto gerne neutral ausgelegt hättest, außer auf der Autobahn, da lieber untersteuernd. :?:
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EWO
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Re: Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von EWO »

Auch wenn die Flanke wie eine Zusatzfeder gesehen werden kann, so ist die weiche Flanke letztlich in der Kurve schneller am Ende der Tragfähigkeit und knickt zu weit ein.
Insgesamt muss man sagen das ein steiferer Reifen in den Kurven gleichmäßiger belastet werden kann und damit die schnellere Version darstellt.
Beim gradeausfahren als bremsen und beschleunigen stimmt die Theorie das eine weiche Flanke eher einen Vorteil darstellt.

So meine Meinung dazu
ronmann
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Re: Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von ronmann »

Die BMWs die ich hatte waren im Prinzip alle so, dass sie in engen Kurven über die VA schieben, einen neutralen mittleren Geschwindigkeitsbereich haben und wenn dir so ein Auto bei 200 ausbricht, dann am ehesten über das Heck (außer Aquaplaning). Die alten E30 usw. waren Hecklastiger, die neueren wie der E90 haben einen größeren unteren Geschwindigkeitsbereich, wo sie untersteuernd sind.
Und ich versuche immer noch zu verstehen, welcher Reifen wie warum funktioniert. Dadurch dass ich jährlich Reifen kaufe, kann ich da auch relativ viel testen, was mir gefällt und was nicht.
Dass das Auto bei >200 nicht untersteuernd werden kann, ist mir klar, aber das Wegknicken eines zu weichen Reifens ist unangenehm, weil man noch mehr zu tun hat, das Auto ruhig zu halten.
Das ist meine Zwickmühle: Kaufe ich zu weiche Reifen, machen die mir auf der Landstraße Spaß, aber nicht auf der Autobahn, bei steiferen ist es umgekehrt.
Aber immerhin kaufe ich Reifen sowieso, sind also keine Mehrbelastung. Wenn ich jetzt anfange und mit Stabis und verstellbaren Domlagern rummache, kostet es halt wieder. Und das SchnitzerFahrwerk ist ein Jahr alt und gefällt mir im wesentlichen sehr gut. Da will ich auch nix tauschen.
Und der Grip der Reifen entsteht ja u a dadurch, dass die Lauffläche mehr oder weniger gut klebt und dass die Reifen mehr oder weniger Wegknicken, wobei ich da im unteren Geschwindigkeitsbereich gern damit spiele, mit dem Gasfuß das Heck mehr oder weniger nach außen drängen zu lassen, Lenkung öffnen oder nicht, um die Fuhre neutral zu halten. Also das macht schon Laune.
Im Prinzip sehe ich als Möglichkeit, dass ich auf die angetriebene Hinterachse einen Reifen mache, der länger hält und dadurch die Lauffläche weniger am Asphalt klebt und vorn kommt einer, der mehr Grip aufbaut, auch wenn er dann schneller verschleißt. Das Ergebnis ist dann, dass alle Reifen halbwegs gleichmäßig verschleißen müssten.
Aber wenn die Lauffläche der hinteren Reifen weniger klebt, dann darf die Karkasse bei hohem Tempo trotzdem nicht so schnell einknicken, weil es dann wieder ungemütlich wird.
Daher könnte man wie gesagt einen Bridgestone S001 (Treadwear280) auf die HA, den RE050a(Treadwear140) auf die Vorderachse, aber dann besteht noch die Spielmöglichkeit mit dem Tragfähigkeitsindex, 91 oder 94.
Und eben das kann ich mir nicht beantworten, baut der mit 91 oder der mit 94 mehr Grip auf der VA auf. Meist hatte ich rundum identische Reifen, was für Normalsterbliche ja auch der richtige Weg ist.
Das sind halt so meine Beobachtungen und Überlegungen.
Cougar_01
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Re: Mehr Grip VA mit weicher oder harter Reifenflanke

Beitrag von Cougar_01 »

Also überall in der Literatur zum Thema Rad/Reifen/Fahrwerk im Rennsport steht, dass ein Reifen mit einer steiferen Flanke tendenziell mehr Seitenführungskräfte zulässt. Das ist das Ende meines bescheidenen Beitrags :mrgreen:
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