Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon scirosto » Do Aug 08, 2013 10:29

Hallo Jörg,

ich habe 2 Jahre einen Golf 2 GTI im Clubslalom bewegt.

Ich kann dir folgendes berichten:

Ich hatte ein Koni Gweindefahrwerk im Einsatz, welches von Stefan Barchfeld (Slalomfahwerke.de) auf die Bedürfnisse des Fahrzeuges und Fahrer abgestimmt wurde.
Ich fuhr mit 1,6 ° negativ an der Vorderachse und 0,25 Vorspur. Hinterachse 1,5° negative Sturzplatten.
Reifen habe ich folgende 195 èr getestet:
Direzza waren auf den kurzen Clubslaloms nicht auf Temperatur zu bekommen.
Marangoni Semi vorne und Federal RSR auf der Hinterachse haben schon ganz gut funktioniert.
Mein Tip und meine besten Ergebnisse habe ich mit dem Toyo R1R erreicht (nicht verwechseln mit T1R)
Die Kombi habe ich auf Vorder und Hinterachse gefahren, Kaltluftdruck vo. 2,0 und hinten 1,6 bar.

Viele Grüße Roland
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Nu gehts wieder los.....ohne Golf
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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon Jörg O. » Do Aug 08, 2013 15:24

@scirosto:
schicker Golf 2...gefällt mir sehr gut, dazu mal in seltenem silber-metallic...hat was ! :-D :-D :?

Also Jungs...ich muss schon sagen, eure Unterstützung hier find ich sehr lobenswert...VIELEN DANK NOCHMAL !!!
Trotzdem gerate ich langsam in`s Schleudern.
Federal RSR nehmen oder doch nicht....oder lieber den Toyo R1R oder den Hankook RS3...uff, mir raucht der Kopf und ich bin völlig unschlüssig. :!: :!: :!:
Scheiße...was soll ich jetzt für`s erste am besten tun?

Auf jeden Fall scheint sich herrauszukristallisieren dass ich OHNE ein gescheites Fahrwerk nicht wirklich weit komme...das konnte ich mir denken.
Und ohne ein ordentliches Fahrwerk bringt ein echter Semi nix weil die Dinger ohne Top-Fahrwerk nicht richtig arbeiten können...also ihre Performance nicht ausspielen können!
Wenn ich mir bis hierher 1&1 zusammenreime gibt es nur 2 Optionen:
Entweder ein gutes Strassenfahrwerk mit guten "Strassenreifen" a la Federal RSR, Hankook RS3 oder Toyo R1R und damit vorerst mal im Mittelfeld mitschwimmen und dazulernen...oder/und später dann ein richtiges Rennfahrwerk mit Slaomabstimmung, passend zum gefahrenen Auto (also Golf 2)und nur dann gehen/funktionieren auch echte Semi`s wie Toyo R888, Kumho V70, oder Yokohama 048 und es geht richtig vorwärts.

Also vorerst muss ich halt mit meinem Sport- Fahrwerk (Bilstein B6 mit 35er Eibach-Federn) weiter vorlieb nehmen und dann nur mit den o.g. gr "Strassenreifen" fahren weil das am besten einigermassen zusammenpasst bzw harmoniert.
Noch `ne Frage am rande:
Meine 2te (vorläufige) Sportfahrwerkoption wären noch gelbe Koni mit sog. Gruppe G-Federn zusammenzubauen...wäre das schon eine leichte Verbesserung zu Bilstein/Eibach?

ich frag das deshalb weil man ja bei den Koni zumindest die Zugstufe etwas, wenn auch nicht viel ändern kann, was dann auch vieleicht etwas besser zu den härteren Gr. G Slalomfedern passen würde...?!
Jörg O.
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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon Hans Bauer » Do Aug 08, 2013 15:59

Jörg O. hat geschrieben:@scirosto:
schicker Golf 2...gefällt mir sehr gut, dazu mal in seltenem silber-metallic...hat was ! :-D :-D :?

Also Jungs...ich muss schon sagen, eure Unterstützung hier find ich sehr lobenswert...VIELEN DANK NOCHMAL !!!
Trotzdem gerate ich langsam in`s Schleudern.
Federal RSR nehmen oder doch nicht....oder lieber den Toyo R1R oder den Hankook RS3...uff, mir raucht der Kopf und ich bin völlig unschlüssig. :!: :!: :!:
Scheiße...was soll ich jetzt für`s erste am besten tun?

Die Federal 595 RSR sind im Clubslalom besser als die Toyo R1R und den Hankook R-S3 hat noch niemand wirklich im Clubsportslalom getestet.

Auf jeden Fall scheint sich herrauszukristallisieren dass ich OHNE ein gescheites Fahrwerk nicht wirklich weit komme...das konnte ich mir denken.
Und ohne ein ordentliches Fahrwerk bringt ein echter Semi nix weil die Dinger ohne Top-Fahrwerk nicht richtig arbeiten können...also ihre Performance nicht ausspielen können!
Wenn ich mir bis hierher 1&1 zusammenreime gibt es nur 2 Optionen:
Entweder ein gutes Strassenfahrwerk mit guten "Strassenreifen" a la Federal RSR, Hankook RS3 oder Toyo R1R und damit vorerst mal im Mittelfeld mitschwimmen und dazulernen...

Nimm den Federal 595 RSR und lerne so viel als möglich dazu - jeder neue Start bringt Dich dabei weiter.

Gerade am Anfang überfährt man das Auro auch gerne, weil man einfach zu viel Ehrgeiz hat.

Daher findet man manchmal mit etwas mehr Ruhe die richtige Linie und die passende Geschwindigkeit.


oder/und später dann ein richtiges Rennfahrwerk mit Slaomabstimmung, passend zum gefahrenen Auto (also Golf 2)und nur dann gehen/funktionieren auch echte Semi`s wie Toyo R888, Kumho V70, oder Yokohama 048 und es geht richtig vorwärts.

Der Toyo R888 ist kein entscheidender Fortschritt zum Federal 595 RSR, dann doch besser gleich den Kumho V70 Semi.

Also vorerst muss ich halt mit meinem Sport- Fahrwerk (Bilstein B6 mit 35er Eibach-Federn) weiter vorlieb nehmen und dann nur mit den o.g. gr "Strassenreifen" fahren weil das am besten einigermassen zusammenpasst bzw harmoniert.

Das Trainieren und Fahren bringt Dich ein entscheidendes Stück weiter (siehe oben )

Noch `ne Frage am rande:
Meine 2te (vorläufige) Sportfahrwerkoption wären noch gelbe Koni mit sog. Gruppe G-Federn zusammenzubauen...wäre das schon eine leichte Verbesserung zu Bilstein/Eibach?

Wenn es echte slalomtaugliche Gruppe G Federraten sind, tut sich ein normaler Koni-Gelb zu schwach die Schwingungen unter Kontrolle zu halten.

ich frag das deshalb weil man ja bei den Koni zumindest die Zugstufe etwas, wenn auch nicht viel ändern kann, was dann auch vieleicht etwas besser zu den härteren Gr. G Slalomfedern passen würde...?!

Fahr Deine jetzige Version bis Du das Geld für ein richtiges Slalom-Fahrwerk hast und spar Dir das Geld für die von Dir angedachte Zwischenlösung, die wieder nur einen Kompromiss wäre und nicht die endgültig funktionierende Lösung darstellt.

Gruß Hans


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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon BMW123d » Fr Aug 09, 2013 14:29

jetzt gebe ich aus meiner persönlichen Erfahrung mal meinen Senf dazu.

Ich bin jetzt mit Slalom Fahrwerk und UHP Reifen (Hankook S1 evo2) wenn auch auf einem gänzlich anderen Auto über ein Jahr gefahren. Und das mit dem Schmieren etc was du sagst, dieses Problem hatte ich auch bei hohen Temperaturen und zunehmendem alter der Reifen. Aber die damit erreichbaren Zeiten sind wirklich schneller als es die meisten wahrhaben wollen. Bin die Reifen sowohl im Alltag gefahren als auch auf dem Slalom und konnte mich manchmal damit ganz gut nach vorne mogeln.

Jetzt bin ich seit 5 Rennen auf Kumho V70 K61 unterwegs, und konnte erstmal 0 mehrwert aus dem Reifen umsetzen, weil ich weder mit dem Luftdruck noch mit dem anderen "Gefühl" zurecht kam. Langsam nähere ich mich zwar dem Niveau der Reifen aber durch die anderen Reifen ergeben sich auch neue Schwachstellen am Auto.

Lange Rede kurzer sinn, ich habe gleich den großen Sprung, von UHP auf echten Semi gewagt, und bin ein bisschen auf die Schnauze gefallen, weil eben jeder zur mir gesagt hat "so schnell wie du mit den Straßenreifen bist bekommen wirs aber dermaßen mit der Angst zu tun, wenn du Semis hast". Und dann beim ersten Rennen eben mal die ernüchterung, dass ich überhaupt garnicht mit den Reifen klar kam. Ich muss jetzt mühsamer dazu lernen, wie wenn ich nen Zwischenschritt gemacht hätte. Aber da ich zur Zeit auch zu gewöhnung ein paar Straßenkilometer auf den Reifen zurücklege, lerne ich kontinuierlich dazu.
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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon bbq » Fr Aug 09, 2013 15:14

Ich schliesse mich einigen meiner Vorredner an: Kauf den Federal 595 RSR und geh fahren. Der Reifen ist ein echtes Schnäppchen. Viel wichtiger finde ich aber, dass er meiner Meinung nach recht einfach zu verstehen ist. Funktioniert gut, wenn es kalt ist, und ebenso gut wenn es warm ist. Auch im Regen ist er (wenn das Wasser nicht gerade steht) noch ganz passabel. Reagiert auch einwandfrei auf Änderungen im Luftdruck wie man es erwarten würde. Ich fahre den Federal momentan mit nem sehr harten Rundstreckenfahrwerk, auch damit funktioniert er ordentlich. Ein schwieriger zu verstehender (schnellerer) Reifen irritiert dich vermutlich am Anfang mehr als das es hilft.

Also ich würde sagen: Federal kaufen. Wenn die Kohle da ist ein richtiges Slalomfahrwerk kaufen (Federn + passende! Dämpfer). Fahren, fahren, fahren. Wenn du die Fahrdynamik im Slalom verstanden hast, mit dem Auto umgehen kannst merkst du schon selber, wann dich der Reifen limitiert. Dann wirds irgendwann mal interessant über was anderes nachzudenken.

Bis du richtig fahren kannst, hast du vermutlich den ersten Satz Semis schon runtergehobelt, der Federal hält und hält und hält :wink:
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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon EWO » Fr Aug 09, 2013 15:52

Dem ist nichts hinzuzufügen.
Sehr gut und deutlich geschrieben.
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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon the bruce » Fr Aug 23, 2013 15:27

BMW123d hat geschrieben:Ich bin jetzt mit Slalom Fahrwerk und UHP Reifen (Hankook S1 evo2) wenn auch auf einem gänzlich anderen Auto über ein Jahr gefahren.
....
Jetzt bin ich seit 5 Rennen auf Kumho V70 K61 unterwegs, und konnte erstmal 0 mehrwert aus dem Reifen umsetzen, weil ich weder mit dem Luftdruck noch mit dem anderen "Gefühl" zurecht kam.
....


Sorry, aber wenn du mit einem V70 nicht schneller bist als mit einem S1 evo², dann stimmt da was nicht.
Natürlich darf man sich fragen, ob wirklich ein so großer Sprung nötig gewesen ist und es nicht vielleicht
erst mal ein (günstigerer) Federal getan hätte. Aber wenn der V70 bei trockenen Verhältnissen überhaupt
keinen Zeitvorteil bringt, dann taugt entweder das (Serien-?) Fahrwerk nichts oder du hast dich mit dem
Luftdruck total verhauen oder du hast dich einfach noch nicht ans Limit gewagt.

Beim 1er mit serienmäßigem oder einem seriennahen Fahrwerk würde ich im Rahmen des Reglements
bspw. mal an einer Reduzierung der Seitenneigung (bringt Sturzverlust) und am Sturz selbst an der VA
arbeiten. Serie hat der vorne nahe Null und du wirst vermutlich Außenkantenverschleiß sowie eine entspr.
ungünstige Temperaturverteilung feststellen. Eine Einstellung des Sturzes ist werksseitig leider nicht vor-
gesehen, der Trick mit dem Dorn allein reicht nicht aus, die Querlenker aus 1er M und M3 bringen auch
nur wenig und so helfen nur einstellbare Domlager wirklich, die natürlich den Alltagskomfort reduzieren.
Das ist zugegebenermaßen ein Dilemma. Aber um einen Reifen optimal zu nutzen kommt man trotzdem
nicht daran vorbei.
Gruß, Holger

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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon Hans Bauer » Fr Aug 23, 2013 16:11

BMW123d hat geschrieben:
jetzt gebe ich aus meiner persönlichen Erfahrung mal meinen Senf dazu.

Ich bin jetzt mit Slalom Fahrwerk und UHP Reifen (Hankook S1 evo2) wenn auch auf einem gänzlich anderen Auto über ein Jahr gefahren. Und das mit dem Schmieren etc was du sagst, dieses Problem hatte ich auch bei hohen Temperaturen und zunehmendem alter der Reifen. Aber die damit erreichbaren Zeiten sind wirklich schneller als es die meisten wahrhaben wollen. Bin die Reifen sowohl im Alltag gefahren als auch auf dem Slalom und konnte mich manchmal damit ganz gut nach vorne mogeln.

Jetzt bin ich seit 5 Rennen auf Kumho V70 K61 unterwegs, und konnte erstmal 0 mehrwert aus dem Reifen umsetzen, weil ich weder mit dem Luftdruck noch mit dem anderen "Gefühl" zurecht kam. Langsam nähere ich mich zwar dem Niveau der Reifen aber durch die anderen Reifen ergeben sich auch neue Schwachstellen am Auto.





Wenn man mit einem Slalom-Fahrwerk und einem Kumho Semi nicht schneller ist, als mit einem Hankook S1 evo2, dann passt irgend etwas definitiv überhaupt nicht zusammen.

Eine treffende Ferndiagnose ohne weiteres Hintergrundwissen ist somit unmöglich.

Das einzige, was ich mir vorstellen könnte ist, dass Dein "Slalom-Fahrwerk" ein weiches Tieferlegungs-Fahrwerk ist und vom Grip der Kumho Semis so überfordert war, dass Du das Auto überfahren hast und mit dem rollenden, wankenden Fahrzeugbewegungen und den damit einher gehenden Lastwechseln, nicht mehr zurecht gekommen bist.

Wenn Du hier mal schreibst wer Du bist, wann und wo Du was fährst, dann kann Dir evtl. ein Insider vor Ort helfen, indem er sich Dein Auto und Deine Fahrerei mal live anschaut.

Gruß Hans

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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon Jörg O. » So Aug 25, 2013 14:57

Hi Jungs!
ich bin jetzt zumindest mal beim Reifen ein Stück weiter.
Ein Clubkollege hat mir 6 Stk. gebrauchte, aber noch wirklich sehr gute Hankook RSS (echte Smi`s !) zu einem Top-Preis vermacht zum fahren und testen für`s Erste.
Trotz Serien-Sportfahrwerk ist das bei Trockenheit schon ein gewaltiger Unterschied in Sachen Grip und Kurvengeschwindigkeit..es geht deutlich vorärts bzw mit den Zeiten stark abwärts :-D !!!
Mit diesen Reifen werde ich dieses und auch noch nächstes Jahr erstmal weiter Wettbwerbs- Erfahrung sammeln, mit den Drücken probieren usw.
Und in Punkto Slalom-Fahrwerk werd ich`s auch bald angehen...kommt wohl zum September.

Übern Winter wird dann der 2te Golf 2 GTI entsprechend bis an die Reglementsgrenzen aufgebaut...ich bin gespannt!

Gs, Jörg O.
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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon astrokerl » So Aug 25, 2013 19:27

Jörg O. hat geschrieben:.....ich bin gespannt!
O.



.... wir auch, berichte mal wieder!

Grüße aus Wien

alex
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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon BMW123d » Mo Sep 02, 2013 16:42

the bruce hat geschrieben:
BMW123d hat geschrieben:Ich bin jetzt mit Slalom Fahrwerk und UHP Reifen (Hankook S1 evo2) wenn auch auf einem gänzlich anderen Auto über ein Jahr gefahren.
....
Jetzt bin ich seit 5 Rennen auf Kumho V70 K61 unterwegs, und konnte erstmal 0 mehrwert aus dem Reifen umsetzen, weil ich weder mit dem Luftdruck noch mit dem anderen "Gefühl" zurecht kam.
....


Sorry, aber wenn du mit einem V70 nicht schneller bist als mit einem S1 evo², dann stimmt da was nicht.
Natürlich darf man sich fragen, ob wirklich ein so großer Sprung nötig gewesen ist und es nicht vielleicht
erst mal ein (günstigerer) Federal getan hätte. Aber wenn der V70 bei trockenen Verhältnissen überhaupt
keinen Zeitvorteil bringt, dann taugt entweder das (Serien-?) Fahrwerk nichts oder du hast dich mit dem
Luftdruck total verhauen oder du hast dich einfach noch nicht ans Limit gewagt.

Beim 1er mit serienmäßigem oder einem seriennahen Fahrwerk würde ich im Rahmen des Reglements
bspw. mal an einer Reduzierung der Seitenneigung (bringt Sturzverlust) und am Sturz selbst an der VA
arbeiten. Serie hat der vorne nahe Null und du wirst vermutlich Außenkantenverschleiß sowie eine entspr.
ungünstige Temperaturverteilung feststellen. Eine Einstellung des Sturzes ist werksseitig leider nicht vor-
gesehen, der Trick mit dem Dorn allein reicht nicht aus, die Querlenker aus 1er M und M3 bringen auch
nur wenig und so helfen nur einstellbare Domlager wirklich, die natürlich den Alltagskomfort reduzieren.
Das ist zugegebenermaßen ein Dilemma. Aber um einen Reifen optimal zu nutzen kommt man trotzdem
nicht daran vorbei.


Ich habe ein Keim-Fahrwerk. Und ja der Dorn vorne ist drausen etc, aber damit bekomme ich, da stimme ich dir voll zu, nicht genügend Sturz. Eine Umrüstung auf einstellbare Domlager ist mittelfristig aufjedenfall als nächstes Ziel zu sehen.

Und ja es hört sich wirklich komisch an, dass ich mit diesem so die Ansicht vieler mittelmäßigen UHP Reifen recht schnell unterwegs war, also die Latte recht hoch gelegt habe und dann beim Umstieg auf die Kumhos erstmal überhaupt garnichts umsetzen konnte. Die Gründe sind ja genannt, Luftdruck verhauen und eben nicht an den Grenzbereich herangetraut. Ich konnte mich halt am Anfang nicht von heute auf morgen darauf einstellen. Mit jedem gefahrenen Meter steigt aber das Verständnis für den Reifen und wie ich mich damit akklimatisieren muss. Ich gebe zu, dass ich diese ganze Problematik unterschätzt und mich vielleicht überschätzt habe. Weil aus allen Richtungen tönte es "mit Semis fährst du x-Sekunden schneller"....

Gleichzeitig offenbart der Reifen wieder neue schwächen des Autos. Mit dem geringen Sturz an der VA kommt der Semi, vermutlich, deutlich schlechter klar als der Straßenreifen, der kommt dafür mit dem großen Sturz an der HA (bin an der Hinterachse extrem tief) schlechter klar. Deshalb hatte ich "ausversehen" ein recht harmonisches, neutrales Fahrverhalten, das bei niedrigerer Reifen Temperatur mit leichtem übersteuern gut fahrbar war, aber bei überhitzen Straßenreifen massiv übersteuerte. Mit dem Kumho ist jetzt umgekehrt. An der HA fahre ich wie auf Schienen, und an der VA merke ich, dass der Reifen so nicht 100% arbeitet. Ich habe jetzt etwas mit den Drücken experimentiert und das ganze schon etwas abgemildert. Aber vollkommen abstellen lässt sich das wohl aufgrund der Fahrwerksgeometrie des 1ers nicht ohne wechsel auf einstellbare Domlager. Eine weitere Schwäche die der Semi viel deutlicher offenbart hat, ist die labile Hinterachse. Hier muss ich mittelfristig auch das ein oder andere verändern, andere Tonnenlager etc.

Und ja ich bin mit diversen Personen in meinem Umfeld im Slalom vor Ort in Kontakt und lasse mich auch "beraten". Ich spreche oft mit dem Peter Kalus oder anderen im Umfeld. Ich fahre bei Württemberger Clubslaloms diverser Pokale.
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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon Roawdy » Mo Sep 02, 2013 17:07

Moin,
du solltest dein Auto erst einmal richtig kennenlernen, bevor du es kaputttunst.
Der 1 hat hinten eine Mehrlenkerachse, du kannst also nach der Tieferlegung wieder halbwegs moderate Spur- und Sturzwerte einstellen (lassen). Mit zu viel Sturz zu fahren...und wahrscheinlich auch Vorspur, macht überhaupt keinen Sinn. Wer hat denn die Tieferlegung verbrochen? Die Multilenkerachsen haben unterschiedlich steife fein abgestimmte Gummilager, um ein gewünschtes passives Einlenken zu erreichen, kurz: Vorspur beim Bremsen und Beschleunigen. Wenn du hier wahllos PU-Buchsen oder sogar Tonnenlager einsetzt, funktioniert die ganze Achse nicht mehr und du hast ein ganz dickes Problem. Dann hilft nur reumütig neue Originallager wieder einzubauen.
Mein Rat, nicht auf die Jungs an der Piste oder an der Theke hören, sondern mit den richtigen Leuten reden. Wen ? Keine Ahnung, ich nix neue BMW.
Gruß Kalle
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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon the bruce » Mo Sep 02, 2013 19:46

Klar, man darf nicht auf jeden hören, von dem man belabert wird, weder in Foren, noch von "wohlmeinenden"
Mitbewerbern an der Strecke. Da zu selektieren ist aber sicherlich nicht leicht, solange man die Pappnasen
nicht etwas besser kennt. Allerdings wäre es genauso unsinnig, auf gar keinen Rat zu hören.
Fahren ist immer gut. Wenn man dabei noch etwas experimentiert, nicht nur mit den Luftdrücken, ist es noch
besser. Da werden sich schon noch rund zwei Sekunden finden lassen, ein fahrbares Auto und etwas Talent mal
vorausgesetzt. Mit mehr Sturz vermutlich noch ein wenig mehr.

Solange keine Brutalotieferlegung vorliegt sollten sich an der HA eigentlich seriennahe Sturzwerte um -1°30'
einstellen lassen. Vermutlich ist das ausgewogener und somit besser, solange vorne nicht mehr geht.

Was die Gummilager angeht sehe ich das differenzierter. Die sind sicherlich sorgfältig auf ihren Zweck hin opti-
miert. Aber 1. liegt dieser Einsatzzweck ganz sicher nicht in Slalomveranstaltungen auf Semislicks, wo wesentlich
größere Kräfte auf sie einwirken, und 2. sind die weichen Gummilager (m.W. teilweise Hydro) in 1er und 3er (die
sind identisch) dafür bekannt, dass sie a) sehr weich ausgelegt sind (aus Rücksicht auf den durch RFT verminder-
ten Komfort) und b) gerne frühzeitig verschleißen. Selbst im reinen Straßenbetrieb oft schon unter 100 Tkm.

Wenn es reglementkonform ist würde ich deshalb zu Lenkern von 1er M (= M3) raten, zumindest an der VA. Die
vorderen Zugstreben und Querlenker passen plug & play, enthalten steifere, langlebigere und den Belastungen
im Slalom besser angepasste Vollgummilager und im Falle der vorderen QL sind sie auch ein paar Millimeter län-
ger, was naheliegenderweise zu etwas mehr Sturz führt.
Natürlich kommt man damit nicht so weit wie mit Unibal, aber ich vermute mal, dass jemand, der einen Diesel
fährt, auch noch ein wenig Alltag bewältigen muss. Und mit Unibal würde ich mir das zweimal überlegen.

Zu PU-Lagern würde ich aber auch nicht ohne weiteres raten. Viele halten leider nicht lange, und den Abrollkom-
fort mindern die meisten PU-Lager auch. Allerdings gibt es da große Unterschiede und die lassen sich keineswegs
an der angegebenen Shorehärte ablesen.
Gruß, Holger

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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon BMW123d » Mo Sep 02, 2013 20:17

Ja man muss bei allem was einem erzählt wird selektieren und sich immernoch selbst entscheiden. In manchen dingen bin ich auch sehr eigen und stur und mach was ganz anders als andere, das gebe ich zu und es geht auch nicht immer gut.

ja ich fahre den wagen uneingeschränkt im Alltag (20000km im Jahr!), manche halten mich deshalb für bekloppt aber naja. Und ich glaube auch, dass Gerade die Wackelige HA teilweise auch vom verschleiss kommt, der ja auch durch das Verhältnismäßig Harte Fahrwerk beschleunigt wird. Deshalb habe ich vor, die Tonnenlager an der HA durch die vom M3 zu ersetzen, die sollen deutlich steifer sein, einige Amis sind davon begeistert. gleichzeitig eventuell noch andere Kleinigkeiten zu erneuern, weil der Wagen jetzt 92000km hat und bald 30000km auf dem Fahrwerk! Sturz ist an der HA 1°50', VA ca 1°. Das ist an der HA, das wenigste was in der aktuellen Fahrhöhe geht und entspricht der Werksvorgabe fürs Performance Fahrwerk. An der VA hab ich so viel wie ohne M3 QL etc. eben machbar ist. Wünschenswert wären 2° oder mehr, das sollte sich dann harmonischer Fahren und ist auch besser für gleichmäßigeren Verschleiss. Denn Unter Belastung schrubbts an der VA nur außen alles Weg.

Bei meinem "Tuning" gehts eben darum, beim Tauschen von Verschleissteilen (wozu dieses Gummis usw gehören) gleich Schwachstellen im System auszumerzen. Ich kenne das Fahrverhalten meines Autos mit den bisher montierten Hankooks aus dem Effeff, deswegen hatte ich wohl auch ein paar schwierigkeiten in der Umstellung.

wie mein Auto fährt und wie ich fahre, könnt ihr gerne hier auf meinem youtube Kanal Anschauen http://www.youtube.com/channel/UCUVPnYTVcyEgiV312wxohfQ
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Re: Reifenempfehlung für nat. Clubsport-Slalom

Beitragvon Roawdy » Mo Sep 02, 2013 20:44

Moin,
ich denke, ich habe dich mißgedeutet. Ich halte deine Sturzwerte nicht für zu groß, sondern eher für zu klein.
Reifen vertragen laut Hersteller locker bis zu 4°, sagen die.
Plug and Play mit einser-M-Teilen wäre vielleicht ein Weg.
Gruß Kalle
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