Stickstoff / Reifengas Humbuk oder sinnvoll

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Re: Neuer Sportreifen? Federal RS 595 Racing

Beitragvon astrokerl » Mo Mär 25, 2013 19:58

astrokerl hat geschrieben:Ich hab z.b. bei der Montage rundum 2,5 reinbekommen. Dann vor dem Rennen auf 2,0 auslassen und während des
Rennens sukzessive mit normaler Luft wieder auf 2,5 aufgepumpt.

Was für Auswirkungen hat dann dieses "Gemisch" ????


Alex, das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Vielleicht bist du wirklich mit Stickstoff glücklicher.
Ein gutes Gefühl (um das Wort mit "E" nicht zu verwenden) macht bekanntlich auch schneller.[/quote]


Holger,

ich habe folgendes gemeint:

gesetzt Den Fall ich hätte 2,5 "normale Luft" drinn gehabt, hätt dann meine 3 Läufe hintereinander absolviert (mit meinen 1650 kg) und hätte danach gleich Luftdruck gemessen. Auf wieviel wäre der Druck wohl gestiegen?

am Samstag tat ichs genauso mit Reifengas gefüllten Reifen. Und nach diesen 3 Läufen veränderte sich der Druck gar nicht,
d.h. ich hatte meine 2,5 bar wie vor den 3 Läufen.

Das gilt einmal für die Aussentemperatur von Samstag. Ob sich das bei + 15, 25, 35 Grad wohl genauso verhält?


Wenn dem so wäre, wäre die Konsequenz daraus, daß man immer mit demselben Luftdruck fahren könnte. (Druck messen muß man natürlich genauso oft wie sonst auch)

Grüße
Alex
astrokerl
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Re: Neuer Sportreifen? Federal RS 595 Racing

Beitragvon the bruce » Di Mär 26, 2013 16:41

Hi Alex,

wenn du an diesem Tag keinen (messbaren) Druckanstieg hattest, dann hättest du ihn mit normaler
Luft auch nicht gehabt. Genau das versuche ich ja die ganze Zeit zu sagen.
Selbstverständlich sieht die Sache bei hohen Temperaturen anders aus. Wieviel auch immer das dann
ausmacht.


EWO hat geschrieben:Wenn sich ein Rennreifen (die du ja noch gar nicht kennst :wink: ) von unter 20 Grad auf über 70 Grad Kerntemperatur erwärmt sind 0,6bar Druckvorteil (heißt weniger starker Anstieg) ein echter Vorteil. Klar spielt das bei den hier im Fall konkret genannten Temperaturbereichen nicht die große Geige. Ich habe mich nur über die Aussage Stickstoff ist Humbug gegenteilig äußern wollen, weil es eben kein Humbug ist.


Ok, dann einigen wir uns doch darauf, dass ich in meiner ersten Antwort zu sehr pauschalisiert habe.
Anlass war ja schließlich der Fall von Alex und seine Vermutung, die stärkere Erwärmung an der VA
stehe im Zusammenhang mit der Stickstofffüllung. Und da wird es nicht viel anders sein als bei Otto
Normalfahrer im Alltag.
Gruß, Holger

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Re: Stickstoff / Reifengas Humbuk oder sinnvoll

Beitragvon the bruce » Mo Mär 24, 2014 00:40

Ich musste an diesen alten Thread denken, als ich das las:

http://www.michelin.de/high-performance/faq

"Ist die Befüllung der Reifen mit Stickstoff für die Rennstrecke geeignet?

Nein. Stickstoff verlangsamt sicherlich die temperaturbedingte Erhöhung des Fülldrucks.
Das aber ist an einem Tag auf der Rennstrecke nicht messbar. Außerdem unterscheiden
sich die thermodynamischen Eigenschaften von Stickstoff nicht grundsätzlich von denen
der Umgebungsluft, so dass die Druckzunahme mit steigender Temperatur sich nicht
merklich verändert. Man sollte dabei nicht vergessen, dass Luft zu 78 % aus Stickstoff
besteht. Die verwendete Luft sollte so trocken wie möglich sein."


Ich will jetzt nicht klugshicen, aber das bestätigt meine Ansicht. Mir ist aber auch klar,
dass wir hier trotzdem nicht ganz auf einen Nenner kommen werden.

BTW, hab übrigens jetzt in beiden Autos wieder Stickstoff drin. Weil es gratis war und
niemandem weh tut.
Gruß, Holger

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Re: Stickstoff / Reifengas Humbuk oder sinnvoll

Beitragvon alemagno » Mo Mär 24, 2014 06:15

Ganz spontan fällt mir da die allgemeine Gasgleichung ein. Ich würde also nicht erwarten das unterschiedliche Gase sich im Reifen sehr unterschiedlich verhalten. Aus dem Bauch heraus würde ich denken das der Unterschied in der Druckveränderung als Funktion von der Reifentemperatur durch Feuchtigkeit im Reifen hervorgerufen wird. Das billigste und ungefährlichste Gas ist wohl Stickstoff und das ist dann auch noch staubtrocken, sofern die Reinheit stimmt. Ich kann mir dann ganz gut vorstellen, dass das dann Vorteile bringt gegenüber "feuchter" Luft da man dann halt nichts im Reifen hat was einen Aggregatzustand erfahren könnte (zumindest für die Temperaturen die man in einem Reifen erwartet - Stichwort: Plasma). Vielleicht liegt es aber auch daran das die Gasmoleküle im Reifen durch die Rotation und den schlechten Geruch ganz durcheinander kommen.

Gruss
Christian
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Re: Stickstoff / Reifengas Humbuk oder sinnvoll

Beitragvon EWO » Mo Mär 24, 2014 09:51

the bruce hat geschrieben: Ich will jetzt nicht klugshicen, aber das bestätigt meine Ansicht. Mir ist aber auch klar,
dass wir hier trotzdem nicht ganz auf einen Nenner kommen werden.


the bruce hat geschrieben: Stickstoff verlangsamt sicherlich die temperaturbedingte Erhöhung des Fülldrucks.
Das aber ist an einem Tag auf der Rennstrecke nicht messbar.


Im Slalomsport hat man immer nur kurze heats und damit auch nur kurze Erwärmungsphasen und anschl. Abkühlung.
Der Vergleich mit einem Tag auf der Rennstrecke ist wohl nicht anwendbar. An ainem Tag auf der Rennstrecke kann ich meinen Druck anpassen und er bleibt dann i.d.R so.

the bruce hat geschrieben: Die verwendete Luft sollte so trocken wie möglich sein."[/i][/b]


Und in der Feuchte die wir aus der Umgebungsluft mit in den Reifen pumpen produzieren wir einen großen Anteil des Problems.
Aus der Flasche kommt trockenes Gas.

Somit zwei Punkte für meine Argumentation. Du hast recht, wir kommen wohl nciht zusammen und ich fahre im Wettbewerb wenn es um etwas geht Gas und du nur wenn es nichts kostet aber auch nichts bringt.
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Re: Stickstoff / Reifengas Humbuk oder sinnvoll

Beitragvon Japanese » Mo Mär 24, 2014 11:23

hi,

den Ansichten von EWO und alemagno kann ich nur beipflichten.

In der Feuchtigkeit bzw. Trockenheit liegt der entscheidende Vorteil - und das ist nicht eine "Meinung" sondern Tatsache.

Die Punkte wie "diffudieren" oder "Kompressibilität" spielen zwar auch eine Rolle, beim Slalom jedoch kaum Auswirkungen.

Grüße

Dieter - Japanese
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Re: Neuer Sportreifen? Federal RS 595 Racing

Beitragvon the bruce » Mo Mär 24, 2014 14:22

Dieter, dann stimmst du auch mir zu, denn genau das habe ich schon vor einem Jahr gesagt.
Strittig ist doch eher weniger der physikalische Hintergrund, sondern dessen Relevanz für den
Slalomsport.

the bruce hat geschrieben:.....
.....
.....

Die Gründe für Stickstoff als Reifenfüllung sind zu aller erst genau zwei:

1. Die Abwesenheit von Sauerstoff. Allerdings nicht bei Landfahrzeugen, sondern bei Flugzeugen,
wo die Brandgefahr um ganze Größenordnungen höher ist. Da kommt es regelmäßig vor, dass die
Radbremsen "zündeln". Von den dort üblichen Bleedern will ich erst gar nicht reden. Hilfreich ist
aber auch ein Blick auf Kapitel in diesem Buch: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... 8598,d.Yms
Und ja, ich hab's nicht nur hier liegen, ich hab's auch gelesen.

2. Reiner Stickstoff enthält naturgegebenermaßen kein Wasser. Dieser Effekt spielt allerdings eher
eine untergeordnete Rolle. Nun, dass Wasserdampf ein wesentlich größeres Volumen aufweist weiß
jeder, der schon mal einen Schnellkochtopf benutzt hat. Allerdings muss man erst mal eine so hohe
Luftfeuchtigkeit haben und so hohe Temperaturen erreichen um in einen Bereich zu kommen, in dem
das relevant wird. In Sepang mag das für Vettel und Co eine Rolle spielen, aber hierzulande wohl eher
nicht, und wenn, dann nur wenn man seine reifen an extrem schwülen Tagen füllt und sie im Betrieb
Temperaturen von mehr als vielleicht 70°erreichen.

........
........


BTW,
ob die zur Rede stehende hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur die Hitzigkeit der Diskussion erklärt?

:wink:
Gruß, Holger

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Re: Stickstoff / Reifengas Humbuk oder sinnvoll

Beitragvon Hans Bauer » Mo Mär 24, 2014 14:37

.
.

Hallo Holger,

dann fahr doch beim Slalom mit normaler Luft in Deinen Reifen und gut.

Dieter und ich, wir haben in unserem Leben zusammen bei schon weit über 1000 Slaloms auch unsere "Erfahrungen" gesammelt.

Und damit bin ich hier raus.

Gruß Hans

.
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Re: Stickstoff / Reifengas Humbuk oder sinnvoll

Beitragvon EWO » Mo Mär 24, 2014 14:47

Hans Bauer hat geschrieben:.
.

Hallo Holger,

dann fahr doch beim Slalom mit normaler Luft in Deinen Reifen und gut.

Dieter und ich, wir haben in unserem Leben zusammen bei schon weit über 1000 Slaloms auch unsere "Erfahrungen" gesammelt.

Und damit bin ich hier raus.

Gruß Hans

.



Oh, Ho Hans, du darfst mich gern mit aufzählen, nur dann bitte die Zahl um weitere 1000 erhöhen.
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Re: Stickstoff / Reifengas Humbuk oder sinnvoll

Beitragvon Hans Bauer » Mo Mär 24, 2014 15:27

EWO hat geschrieben:
Oh, Ho Hans, du darfst mich gern mit aufzählen, nur dann bitte die Zahl um weitere 1000 erhöhen.




Moin moin,

ich denke wir drei zusammen gehen eher schon in Richtung der "Dreitausender" - Marke.

Wenn ich so zurück denke habe ich in sehr vielen Jahren so um die 50 Veranstaltungen im Jahr gefahren...

Das waren noch Zeiten - nun aber schnell zurück zum Thema "heiße Luft "... :mrgreen:

Gruß vom alten Mann auf dem Balkon... :wink:

.
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Re: Stickstoff / Reifengas Humbuk oder sinnvoll

Beitragvon the bruce » Mo Mär 24, 2014 15:58

Hans Bauer hat geschrieben:Hallo Holger,

dann fahr doch beim Slalom mit normaler Luft in Deinen Reifen und gut.


Hallo Hans, warum denn gleich so pampig?

Ich finde, ich habe mir beim diesjährigen Wiedereinstieg ins Thema jede Polemik verkniffen.

Im Übrigen freut es mich, dass der Eine oder Andere von seiner "Molekülgrößenargumentation"
abgegerückt ist und wir nun beim wirklich relevanten Punkt Wasseranteil angekommen sind. Vor
einem Jahr war das noch anders.
Zuletzt geändert von the bruce am Di Mär 25, 2014 01:41, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß, Holger

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Re: Stickstoff / Reifengas Humbuk oder sinnvoll

Beitragvon Japanese » Mo Mär 24, 2014 17:28

Hitzigkeit beim Thema Stickstoff :?: :?: :roll:

ne ne, ich habe hier vor meiner Produktionshalle einen groooossen vacuum-Isolierten Tank stehen, da passen ca. 25 Tonnen flüßiger Stickstoff rein - und das Zeug ist schweinekalt :lol: :lol: :lol: "kocht" bei ca. minus 197° C ( ich weiss, ihr wisst Alle schon Bescheid, aber nur um´s nochmal vereinfacht darzustellen: kochen ist hier der physikalische Begriff für den Übergang von flüssig in die Gasphase - wei eben bei Wasser bei + 100° C ohne Berücksichtigung der Druckverhältnisse :-D :-D

mit coolen Grüßen

Dieter - Japanese

undwennichdaszeugsoindenreifenkippeüberhitztderniemals :mrgreen: :mrgreen:
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