WRC

Diskusionen zum Thema Rallye und Rallyesprint Veranstaltungen

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RainerZimmermann
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Beitrag von RainerZimmermann »

Ich habe mir heute nochmal den letzten WRC-Lauf in Australien angeguckt, bin ja Hausmeister und kann vormittags fernsehen, aber was da abgeht in punkto "Materialverschleiss" kann so eigentlich nicht weitergehen! :evil: Ein Herr Grönholm, den ich wirklch mag, schmeisst ein WRC weg fährt dann aber mit dem nächsten weiter den er dann auch noch komplett zerstört, tut datt Not. Das bezahlen letztendlich wir sollten wir ein neues Auto kaufen. Bei der WRC wird wirklich nur noch übers Material gefahren, das kann fast jeder, wenn er es nicht bezahlen muss :!: :?: Was sagt ihr denn so dazu ?
Und wer wischt die Fliegen von der Seitenscheibe weg ?
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heinzjabs
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Beitrag von heinzjabs »

Hallo Rainer
zu zeiten von Colin McRae gab es mindestens nach jeden zweiten WM-Lauf
einen Totalschaden. Nun gut in diesem Jahr gab´s auch eine mänge Schrott. In der Rallye WM sollen kosten gespart werden erstens,
die Fahrer bauen weniger Schrott und zweiten müßen die WRC´s im nächsten Jahr bei zwei Läufen mit einen Motor auskommen.
Das wurde bei den letzten beiden Läufen auch schon so gemacht und promt war für Marko Märtin nach der ersten WP Schluß.
Wie werden sehen was das neue Rallye-WM-Jahr so bringt.

Bis dann
Heinz
RainerZimmermann
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Beitrag von RainerZimmermann »

hallo Heinz,
das ist mir soweit ja auch klar und gut so, aber der Bursche schmeisst in einer Rallye 2 Autos weg ( Wert je Auto 500 000 € ?) und das nur so, denn er war ja aus der Wertung !!!!
Und wer wischt die Fliegen von der Seitenscheibe weg ?
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EWO
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Beitrag von EWO »

Wenn die Verträge sagen "gib alles" kann er sich einerseits wenigstens nicht nachsagen lassen, dass er es nicht versucht.
Gut die Grenzen einzuhalten ist eben die wahre Kunst, aber die Frage der Fragen ist, bringt das mehr Pubilcity oder schadet es der Verbreitung des Motorsports in der breiten Bevölkerung eher?
Wenn eine in Käfern und Kakerlaken badende Schein-Promi-Blondine in der heutigen Fernsehwelt mehr Aufmerksamkeit (Quoten meine ich) erregt als ein Bericht von der Rallye-WM, dann frage ich manchmal wirklich was wollen die Leute auf dem Sofa denn sehen ?

Im Rallyesport gelten wohl andere Gesetze als in der F1. Dort will man das Gerede von Crashs nicht haben und arbeitet dagegenan, sehr zum Leidwesen der Quoten. Die Rallyes kommen erst gar nicht zu den entsprechenden Sendern, warum nur nicht ?
RainerZimmermann
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Beitrag von RainerZimmermann »

Ich will nicht unhöflich sein, aber wer guckt denn WIRKLICH so ein Sudel- Mist ? Lasst uns doch lieber im Matsch rumfahren !
Und wer wischt die Fliegen von der Seitenscheibe weg ?
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Michael Schneppe
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Rallye-WM

Beitrag von Michael Schneppe »

Tja, die Rallye-WM hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Es ist ein reiner Sprintsport geworden, der Fahrer scheint immer alles geben zu müssen - und das, obwohl es keine Auslaufzonen, Kiesbetten, kein Netz und keinen doppelten Boden gibt. Die Asphalt-Autos werden auch immer extremer, ähneln mehr Rundstrecken-Fahrzeugen als Rallyeautos im eigentlichen Sinne. Geil ist das schon, aber die Fahrer sind heute mehr Perfektionisten, früher waren sie - meines Erachtens - mehr Improvisationskünstler. (Röhrl war und ist beides.) Die Zeiten ändern sich.

Ein WRC ist sicherlich zu teuer, ich habe so um die 750.000 € pro Stück im Hinterkopf. Und wenn man bedenkt, daß heute 16 WM-Läufe gefahren werden müssen, sind Familienväter wie der auch von mir geschätzte Grönholm bald wohl eher die Ausnahme.

Noch einmal zu Grönholm: Der hat ja dieses Jahr mächtig viele kaputte Autos produziert. Manchmal hat man wirklich die Seuche an den Hacken; ich denke aber, dass der Peugeot 307 mit kriminellem Fahrverhalten glänzt. Das Ding ist bestimmt nicht so einfach zu fahren wie der 206.

Ich oute mich hiermit als langjährigen Rallyefan, aber auch als gelegentlichen Zuschauers des Dschungel-Camps. :wink: Was hatte ich eine Freude, als diese eklige Desiree bei der ersten Sendung gleich zur Dschungel-Prüfung mußte. Die Zuschauer hatte Sie wegen ihrer Unausstehlichkeit gewählt, ich auch ... . :D
RainerZimmermann
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Beitrag von RainerZimmermann »

Für letzteren Absatz von deinem Bericht wäre mir die Zeit wirklich zu schade. Es gibt andere Dinge über die man sich ärgern kann und sollte als solchen Pfeifen auch nur die geringste Aufmerksamkeit zuschenken, aber man sieht wieder: Da fängt man bei WRC an und wo landet man ?
Und wer wischt die Fliegen von der Seitenscheibe weg ?
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Michael Schneppe
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Beitrag von Michael Schneppe »

RainerZimmermann hat geschrieben:Für letzteren Absatz von deinem Bericht wäre mir die Zeit wirklich zu schade. Es gibt andere Dinge über die man sich ärgern kann und sollte als solchen Pfeifen auch nur die geringste Aufmerksamkeit zuschenken, aber man sieht wieder: Da fängt man bei WRC an und wo landet man ?
Moin ! Es ist nicht immer alles ernst gemeint, was ich so von mir gebe.

Ich blicke aber gerne auf die "guten alten Zeiten" zurück: Da waren Stars sogar noch Stars - Sänger konnten singen, Schauspieler konnte schauspielern - und hatten ein Dschungelcamp nicht nötig, oder ? :wink: Wie gut, dass die Rallyefahrer auch heute noch rallyefahren können !

Die Rallye-WM ist heute mehr Show als früher - und viel zu teuer. Man sollte wohl wieder einen Schritt zurück gehen, die Rallye Monte Carlo sollte beispielsweise auch für Privatiers wieder möglich sein. Früher gab es 250 und mehr Starter, heute ist die Starterzahl auf 60 beschränkt, bei der letzten Ausgabe waren nicht mal diese am Start. Vermarktung ist heute sicher wichtig, aber zu sehr sollte man den Charakter einer Sportart auch nicht zerstören. Rallye ist eigentlich auch Ausdauersport. Es stimmt schon, wie Du es beschreibst: Es wird nur noch drauf gehalten, es geht nur noch übers Material.
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hwmallo
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Beitrag von hwmallo »

Moin!

Habe gestern in der Rallyeschule in Warstein mit Matthias Kahle gesprochen. Auf die Frage wieviel Benzin eigentlich so ein WRC braucht, meinte er, sein Skoda würde 45l/100km verbrauchen. (Man stelle sich vor ein Grünling hört das, OGottoGott!!) Erzähl das einem Redakteur einer Zeitung, nicht Auszudenken.

Allein diese Aussage hat mich bewogen, sorgfältig zu überlegen, ob ich denn überhaupt einen EVO 6/7/8 oder sonstwas brauche.
Das läuft in die falsche Richtung, genauso wie die Entwicklung der Neufahrzeuge, immer mehr Leistung weil die Kisten immer schwerer werden. Aber keinen Spaß mehr am Fahren (BMW)

Seit ich meinen 318is (15 Jahre alt) habe gehört meiner Frau der Benz.
Alles unnötiger Firlefanz in diesen Kisten, bis auf eine Klimaanlage im Sommer vielleicht.

Irgendwie ist das Ganze grotesk, oder?

Back to the roots !!!

Horst
RainerZimmermann
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Beitrag von RainerZimmermann »

Ich erst recht nicht, ganz im gegenteil, man meinte schon ich soll endlich erwachsen werden (O-Ton: Frau Zimmermann)

Zu den Rallyesvon früher muss ich sagen, die Fahrzeuge waren auch näher an uns dran. Man konnte das alles irgendwie noch nachvollziehen, aber elektrisch verstellbare Diffs, elektonische Dämpferkennung u.s.w.
So wie ich vernommen habe will man ja "zurückrüsten", denk aber mal an die F1 wie lange es dauert bis die Ingeneure wieder den Stand oder weiter erreicht haben.
Nicht umsonst haben Youngtimer und auch Oldtimer.Rallyes zu ein Zulauf und wenn ich solche Fahrzeuge betrachte ( Letztens ein SAHARA-PORSCHE beim Rallyesprinttraining ) läuft es mir warm am Bein runter.
In diesem Sinne "Back to the roots", auch wenn man das Rad der Zeit nicht zurückdrehen kann, hoffe ich doch, ihr /du wisst/weisst was ich meine.
Und wer wischt die Fliegen von der Seitenscheibe weg ?
RainerZimmermann
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Beitrag von RainerZimmermann »

Meine Nachricht von 11.31 Uhr bezog sich als Antwort von Michael, ich war etwas zu langsam,so das der nächste dazwischen kam, was nicht schlimm ist, nur um den Zusammenhang meiner Einleitung zu verstehen, alles andere gilt natürlich der Allgemeinheit.
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Michael Schneppe
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Beitrag von Michael Schneppe »

RainerZimmermann hat geschrieben:Meine Nachricht von 11.31 Uhr bezog sich als Antwort von Michael, ich war etwas zu langsam,so das der nächste dazwischen kam, was nicht schlimm ist, nur um den Zusammenhang meiner Einleitung zu verstehen, alles andere gilt natürlich der Allgemeinheit.
Alles klar ! Ich denke, man versteht sich. Ich "geile" mich immer wieder an den 911er Fotos von dieser Seite auf: http://www.stimming.de

Wenngleich ich auch Stratos, Escort BDA, Ascona 400 usw. toll finde. :!:
RainerZimmermann
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Beitrag von RainerZimmermann »

Jo das passt schon :P
Und wer wischt die Fliegen von der Seitenscheibe weg ?
Andi Lugauer
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Re: WRC

Beitrag von Andi Lugauer »

Schon irgendwie faszinierend, daß wir uns vor 15, 16 Jahren schon über die gleichen Dinge Gedanken gemacht haben wie heute: Daß die Rallye-Weltmeisterschaft zu sehr in Richtung Sprint gehen würde, daß der moderne Rallyesport zu sehr zu einer gekünstelten Show mutiert wäre, daß die Rallyewagen kostenmäßig viel zu sehr ausarten würden...und dergleichen mehr. Damals sahen Fans wie ich die Rallye-WM bereits auf dem absteigenden Ast. Dabei gab es da immerhin noch fünf für die Markenwertung eingeschriebene Werke. Siehe hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rallye-We ... chaft_2004

Und wie viele sind es heute...?

Voriges Jahr waren es immerhin noch vier (Tendenz nunmehr fallend). Und da wurde teilweise darüber gesprochen, daß das hinsichtlich Zuseher-Interesse die erfolgreichste Weltmeisterschaft aller Zeiten gewesen sein soll. Na ja. Nachdem es davor schon mehrere Jahre gab, wo es ganz normaler Rallye-Alltag war, daß zwei Werke vertreten waren, wirkt sich diese Steigerung schon aus. Ein Hungerleidender freut sich auch schon über eine heiße Suppe wie Unsereines über ein dreigängiges Luxusmenü. Alles ist relativ.

Back to the Roots? Wo es Sinn macht, dort ja. Und es gibt genug Bereiche, wo es Sinn machen würde. Diejenigen Leser unter Euch, die mich aus anderen Foren kennen, kennen vielleicht auch meine Einstellung. Und nicht immer wurde die richtig interpretiert. Versteht mich nicht falsch: Ich will keine Zurückrüstung der Fahrzeuge auf irgendeinem niedrigen technischen Level, und auch keine Verbindungsetappen von mehreren hunderten Kilometern, wie das zu gewissen Zeiten gang und gebe war. Auch ist mir Einiges, was in die Richtung "Gruppe B-Revival" geht, zutiefst suspekt. Ich will eine Gestaltung der Rallyes und des technischen Reglements, die so ausgewogen ist, daß es normal ist, daß man unter den ersten Zehn einer Rallye bis zu sieben verschiedene Automarken findet. Wenn es gut geht, auch mehr. Und ich sehe keinen Grund, warum das nicht gehen sollte.

Ob die für 2022 vorgesehenen Bestimmungen mit Hybridantrieb und gleichzeitig einem Primitiv-Antriebsstrang, wie man ihn schon vor wenigen Jahren hatte (und bei den R5/Rally 2 immer noch hat), wirklich der Stein der Weisen ist, bzw. ob das wirklich mehr Werke in die Weltmeisterschaft locken wird, bleibt zu bezweifeln.

Ich bin der Meinung: Das WRC-Reglement der ersten Generation war gut. Mit ein paar Verfeinerungen könnte es auch heute dem Sport noch hervorragende Dienste leisten. Ein Gruppe A-Wagen wie der, mit dem ein Mäkinen oder ein McRae Weltmeister geworden war, war sicher auch nicht billiger. Was die Ausgaben erst so in die Höhe getrieben hat, das sind die Verkürzungen und Vereinheitlichungen (kein Asphalt-Schotter-Wechsel) der Strecken. Ich bin der Auffassung, daß eine WM-Rallye auch in der heutigen Zeit durchaus 500 oder 550 WP-Kilometer lang sein könnte und auch sollte. Und daß man gemischte Untergründe nicht verbieten, sondern forcieren sollte. Die Budgets sind ja so hoch, wie sie sind. Müßte man mit dem gleichen Geld längere Rallyes durchhalten, müßte man halt mehr für kostengünstigere und robustere Technik aufwenden. Dann wären die WRC's nebenbei auch für Privatfahrer und nationale Fahrer leistbarer. Wäre ja nicht schlecht.

Außerdem hätten auf längeren und selektiveren Strecken auch Autos mit moderaterem Tuning eine Chance, was wiederum der Spannung im Wettbewerb zugute käme. Das wäre doch Alles nicht schlecht, oder?

Zudem könnte man bei den Fahrzeugen zusätzliche Würze hineinbringen, indem man starke GT-Wagen im Stile des Zebra-Porsches zuläßt. Und gegebenenfalls den WRC's etwas weniger PS gibt. Hybridantrieb? Wer will, der soll. Aber mehr nicht. Und die RGT machen wir zu einer Klasse für schwächere Sportwagen, die wir gemeinsam mit den bisherigen R3 führen. Das würde auch dort einen sehr bunten und vielfältigen Wettbewerb ergeben.

So einfach würde es gehen. Aber es wird so wie immer an der Politik scheitern. Sprich: Am fehlenden Willen derer, die im Rallyesport von Oben lenken und denken (oder auch nicht). Schade.
Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist nicht zielführend. Denn der führt nach Unten.
Andi Lugauer
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Re: WRC

Beitrag von Andi Lugauer »

Auch wenn uns aktuell Corona einen gehörigen Strich durch viele unserer Lebensplanungen macht und zur Zeit auch jedes Rallye-Engagement hinfällig ist: Wir Alle müssen hoffen und unser Bestes dafür geben, daß sich die Verhältnisse in absehbarer Zeit wieder normalisieren. Ansonsten könnten wir sowieso gleich kollektiven Selbstmord begehen.

Jedenfalls: Für die Zeit nach dem epidemischen Horror, die hoffentlich irgendwann einmal kommen wird, wäre es schön und irgendwie auch wichtig, wenn der nationale wie auch der internationale Rallyesport gut aufgestellt wäre. Besser als zuletzt jedenfalls. Hier muß die Weltmeisterschaft die Richtung vorgeben, und hier ist viel von der Qualität der Führung (technisches Reglement, Rallye-Format u.Ä.) abhängig.

Ich denke, ich habe bereits angesprochen, was ich vom Management des Rallyesports der letzten Jahre durch die FIA halte. Und ich habe das wohl auch aussagekräftig begründet. Ganz offen gesagt: Wenn man sich das aktuelle FIA-Rallye-Reglement ansieht, auch wenn man das völlig unvoreingenommen tut – da muß man sich ja auf den Kopf greifen. Ganz im Ernst. Wenn ein eingefleischter Grünpolitiker, der bis ins Mark motorsportfeindlich eingestellt ist, hier die Regie führen würde, könnte es kaum ärger sein. Da frage ich mich doch: WEN vertreten die eigentlich wirklich? Was wird hier gespielt?

Das ist mehr als unverständlich. Aber das ist wahrscheinlich auch der Sinn der Sache.

Ziemlich eindeutig ist: Wenn ein Privatunternehmen, zumal im Bereich der kleinen bis mittleren Betriebsgröße, so arbeiten würde wie die FIA: Das wäre im Nullkommanix pleite. Im NULLKOMMANIX!!

Für Alle, die jetzt vielleicht nur Bahnhof verstehen: Zwei verschiedene Weltmeister in 15 Jahren – muß man noch mehr sagen? Das ist doch keine normale sportliche Entwicklung, sondern viel mehr ein bedenklicher Trend, der aufzeigt, daß der Sport in seinen Grundzügen fürchterlich krankt. Irgendwo sind ein paar ganz wichtige Tragsäulen weggebrochen. Im Durchschnitt waren in den letzten 12 Jahren immer nur drei bis zweieinhalb Werke in der Weltmeisterschaft engagiert. Das ist mehr als schwach und bedingt auch, daß nur wenige Fahrer einen Platz in einem siegfähigen Rallyewagen bekommen. Auch die Aufstiegsmöglichkeiten sind mehr als mangelhaft. Denn auch alle Kategorien unterhalb der WRC’s sind, bezogen auf ihre Attraktivität, viel zu teuer, dazu sind oft jeweils in den Klassen ebenfalls nur zwei bis bestenfalls drei Marken vertreten. Das bewirkt unter Anderem, daß sich für die klassischen Aufsteiger-Kategorien viel zu wenige Menschen interessieren (=> kaum mediale Beachtung und Sponsoring). Was wiederum bedingt, daß meist nur reiche Talentierte den Weg nach Oben schaffen. Die Zahl der in Betracht kommenden Kandidaten für WM-Siege ist daher auch dadurch sehr beschränkt. Kein Wunder, daß meist fast immer der Selbe gewinnt und Weltmeister wird… :?

Für mich eine mehr als unbefriedigende Situation. Und in diversen nationalen Championaten ist es genau das selbe. Oft auch ist die Krise auch von der jeweiligen nationalen Sportführung hausgemacht, das muß man zugeben. Aber die unverhältnismäßig gestiegenen Anschaffungs- und Materialkosten bei gleichzeitig immer mehr Einheitsbrei (=> kaum mediale Beachtung und Sponsoring; detto mit Bröseln) sind sicher keine gute Grundlage. Und da gibt die FIA in Paris die Richtung vor. All das und die miserable Gesamtperspektive auch für extrem talentierte Fahrer führt dann oft auch noch dazu, daß es viele Persönlichkeiten, die das Zeug zum hervorragenden Sportler hätten, gar nicht erst probieren. Was den Sport noch weiter hinunterzieht.

Der Rallyesport generell ist immer mehr zu einer Inzucht geworden, weil es für Menschen mit wenig Geld kaum noch möglich ist, dort Fuß zu fassen, geschweige denn aufzusteigen. Dabei wäre mit ein paar Änderungen im Reglement und in den Vorgaben für die Gestaltung speziell der WM-Rallyes sicher Einiges zum Guten zu bewegen.

Was fehlt dafür? In erster Linie einmal der Wille der führenden, gestaltenden Persönlichkeiten. Und was fehlt noch? Eine Basis mit Engagement und klaren Zielvorstellungen, die Druck für Verbesserungen macht. Und damit dafür sorgt, daß in die träge Obrigkeit Bewegung hineinkommt. Ja, das fehlt. Aber das läßt sich ändern. Wenn genug Menschen daran aktiv mitarbeiten.

Wer ist dabei? :-D
Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist nicht zielführend. Denn der führt nach Unten.
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