Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Diskusionen zum Thema Rallye und Rallyesprint Veranstaltungen

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Andi Lugauer
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Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von Andi Lugauer » Mo Mai 11, 2020 18:22

Die Verschlimmbesserer des Rallyesports haben wieder einmal den Vogel abgeschossen. Wie jüngst publiziert wurde, schwebt Dr. Hans-Gerd Ennser vom Präsidium des DMSB eine irre geile Idee zur Steigerung des Fun-Faktors auf Rallye-Prüfungen vor. Nämlich: Cross-Karts in der DRM.

Auch mir als Laien fällt auf, daß das recht filigrane Dinger sind, die bei einem Abflug gegen ein festes Hindernis auf einer WP wohl nur einen minimalen Schutz bieten. Gerade in den Händen von Jugendlichen, wie das ja geplant ist. Pervers ist auch die Schizophrenie, die bei dem Ganzen mitschwingt: Erst schießt man bei den Sicherheitsbestimmungen und anderen reglementbedingten Sachen maßlos über das Ziel und dezimiert damit das Teilnehmerfeld nicht unerheblich (wie auch den sportlichen Spannungs- und Attraktivitäts-Faktor), und dann, weil man die Leute ja bestmöglich unterhalten will, kommt man mit dem Holzhammer und einer völlig artfremden Gestaltungs-Maßnahme. Die nicht nur dem Stil des Sports nicht gerecht ist, sondern zudem brandgefährlich ist.

Also - wenn ich mir das anschaue, dann denke ich mir: Die Welt steht nicht mehr lange.

Und wenn man dann diesen Schwachsinn hinterfragt und aktiv Überlegungen anstellt, ob nicht eine Bewegung mehr back to the roots im Rallyesport wesentlich sinnvoller wäre, dann folgen noch Wortmeldungen in der Art von: Irre, wie sich eine kleine Szene die Welt "schön träumt".

Wenn man eine ursprünglich so schöne und spannende Sache wie den Rallyesport über die Jahre scheibchenweise immer farbloser und langweiliger macht, und dann interessieren sich immer weniger Menschen ernsthaft dafür, dann kann man leicht sagen: Das ist nur eine kleine Szene. Und um mehr Publikum zu bekommen, müssen wir das Thema "Rallye" um andere Themenbereiche ergänzen. Auch wenn die mit Rallye gar nichts zu tun haben.

Nichts dagegen einzuwenden, daß Showtalente wie Ken Block auf einer Mickymausprüfung um eine Coladose driften. Aber ein Ersatz für richtigen Rallyesport ist das nie und nimmer.
Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist nicht zielführend. Denn der führt nach Unten.

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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von nova » Mi Mai 13, 2020 07:27

Junge Junge, nun also auch hier. :roll:

Dr Ennser hat einfach mal was rausgehauen, um eine Diskussion anzuregen was man machen könnte.

Und auf nem Zuschauerrundkurs aller Rade in Wittenberg oder wie bei der Münsterland Wessenhorst oder Mastholte, könnte ich mir das schon gut vorstellen.

Bei AE Prüfungen eher weniger.

Und wenn wir ehrlich sind, haben eh viele Veranstalter schon immer eine Art Show-Programm an Zuschauerpunkten bzw. auf Rundkursen gezeigt. Warum dann nicht auch parallel nen Meisterschaftslauf für Crosskarts oder andere Motorsportarten veranstalten, wenn es die Gegebenheit und der Zeitplan hergibt? Zudem könnte sich so eine weitere Einnahmequelle für den Rallye Club ergeben.

In Wittenberg ist der Mathias Kahle als VIP Taxi mit Axel Schulz ne runde im WRC gedreht. ...

Edit:
Ich pack sogar noch einen drauf.
Warum nicht einen Slalom DM-Lauf zwischen 2 WPs austragen?
Gerade jetzt, wo langsam ein nach dem anderen die Örtlichkeiten wegbrechen. ...

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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von EWO » Do Mai 14, 2020 12:41

Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass man Motorsport-VA für Seh-Publikum attraktiver meint lohnender macht, wenn man ein Rahmenprogramm einbaut. Das gilt für alle Sparten nicht nur Rallye.
Wie man es macht sei dahingestellt, daher verurteile ich den geäußerten Gedanken nicht so pauschal, wobei ich die konkreten Argumente von Andi zur Sicherheit nicht bewerten kann.

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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von Andi Lugauer » Do Mai 14, 2020 19:22

Ich will nicht voreilig unkonventionelle Ideen kritisieren. Auch wenn sie von der DMSB-Elite kommen. Aber ich beobachte halt schon seit Jahren (mittlerweile sind es sogar schon Jahrzehnte), wie die ursprüngliche Charakteristik des Rallyesports immer mehr demontiert wird. Und wie man von Oben die Folgen davon (die man als solche gar nicht wahrnehmen will) mit irgendwelchem Firlefanz kaschieren oder die Situation verbessern will (wenn denn das überhaupt die Absicht ist).

Es ist ja nicht so, daß der Rallyesport als solcher aus der Mode kommt. Es ist vielmehr so, daß das ursprüngliche Flair dieses Sports durch Gestaltungs-Maßnahmen, die angeblich Kostenreduzierung, spannenderen Sport, bessere Vermarktung, womöglich gar Sicherheitsgewinn (etc. etc. …) bringen sollen, immer mehr verwässert wurde. Und der Sport dadurch immer farbloser geworden ist. Was ich konkret damit meine, welche Aspekte davon betroffen sind, darüber habe ich oft schon ausführlich kommuniziert.

Ich bin generell auch ein Freund davon, daß man ein Übel, ein Problem, eine Negativ-Entwicklung an der Wurzel anpacken sollte. Und nicht bloß Symptome bekämpfen sollte. Das ist zwar meist einfacher, aber einen langfristigen, nachhaltigen Erfolg erreicht man damit nach meiner Erfahrung nicht.

Mir ist klar, daß es plakativer ist, Cross-Karts auf die Rallyestrecke zu schicken, als ein paar Reglements-Paragraphen zu überdenken und damit ein Rallye-Engagement zu erleichtern. Vor Allem bei den kleineren Privatteams wäre das sehr wichtig. Und die Menschen neben der Strecke freuen sich auch über schlichtere Rallyewagen, wenn sie beherzt bewegt werden. Wenn sich dann auch noch beherztes Fahren auszahlt, weil die Rahmenbedingungen für den Aufstieg und konsequente Arbeit an sich selber passend sind, wird man auch öfter spektakuläre Fahrer auf der Piste sehen. Egal in welcher Klasse/Kategorie.

Aber das erfordert halt Alles ein bißchen mehr geistigen Krafteinsatz und vielleicht auch mehr Durchsetzungsvermögen, als irgendeine aufgesetzte Show. Und wenn die dann auch noch brandgefährlich ist, während die offiziellen Rallye-Teilnehmer Unmengen von Vorgaben auf Punkt und Beistrich einhalten müssen, dann ist die Unlogik perfekt. Da leidet nicht nur mein ästhetisches Empfinden.

Und betreffend „Junge, Junge, jetzt auch hier…“: Noch sind wir nicht so weit, daß FIA- und DMSB-kritische Stimmen überall zensiert werden. Und das bleibt hoffentlich auch so. :-D
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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von MartinGSI » Do Mai 14, 2020 19:58

@nova: Ich denke niemand hätte ein Problem damit wenn ein Erfahrener Fahrer auf einem Schotter Rundkurs mit so nem Cross kart mal rumfetzt. Mal was anderes. In Wittenberg hatten wir (glaub 2016) mal nen Rallye-Raid Truck als 0. Auch geiler Scheiss.
Nur die Aussage war ja, ANFÄNGER in diese Dinger zu setzen und über die WP´s fahren zu lassen. Und sowas fände ich unverantwortlich!
Auch würde ich es als Aktiver nicht einsehen wenn die eh schon vielen Pausen wegen "showeinlagen" nochmals verlängert werden. Denn man darf nicht vergessen, sowas will auch vorbereitet werden.

Niemand hat was gegen einen Kahle im WRC. Warum auch. Mehrfacher Deutscher Meister im Rallye Auto.
Nur Kasperlteater das mit Rallye nix zu tuen hat, hat da nix verloren.
Ich wies. Nennt sich Cross-Marketing!

Du machst bei nem WM Boxkampf davor einen Kampf einer niedrigeren Klasse und keine Aufführung im Eiskunstlauf!!

und auch wenns nervt. Erst verbietet man spektakuläre Rallye Autos um dann Spektakuläre Autos anderer Motorsport Kategorien als "Lockmittel" zu holen?
Wenn der Rauch aufgehen soll, dann lasst doch vorweg ein WRC, Gruppe B oder ein Gruppe H Auto fahren. Würd mich auch nerven wenn ich als Teilnehmer deswegen dumm rumsitze, hat aber wenigstens was mit Rallye zu tuen!

Denn ein "Drift Fan" wird sich nie für eine Saubere Linie eines Adam oder gar eines E-Corsa interessieren. Dafür sind die Disziplinen zu verschieden!
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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von PumaTreter » Fr Mai 15, 2020 14:26

Moin,

mal abgesehen von der Sache an sich, zu der ich mich aus Unwissenheit auch nicht äußern werde, finde ich es spannend welche Seiten hier aufgebaut werden.

Auf die eine Seite wird der DMSB gestellt, der per se erstmal schlecht zu sein scheint. Auf der anderen Seite stehen die (so scheint es) wahren Verfechter des Sports, die ihn vor Veränderung bewahren wollen.

Mit dieser Aufstellung ist erstmal kein Blumentopf zu gewinnen. Weder für den Sport, noch für eine vernünftige Diskussion. Sowohl der DMSB als auch die Sportler haben vermutlich das Ziel, Motorsport in Deutschland zu betreiben und Menschen zu begeistern - jetzt und in den nächsten Jahrzehnten.

Um das so lange tun zu können, sollte man sich ein Ziel setzen, wie Motorsport in 10 Jahren aussehen kann und sollte. Und dann auf dieses Ziet zugehen, mit kleinen Schritten der Veränderung. Für mich steht außer Frage, dass Motorsport ebenso wie alle anderen Dinge, die uns umgeben, einer stetigen Veränderung unterliegt. Und die ist nicht von irgendwelchen Holzköpfen gemacht, die andren Menschen das Leben teurer oder schwerer machen möchten, sondern kommt oft von außen (Auflagen, Umweltschutz, geänderte Regularien in der Gesetzgebung). Wer hier versucht, seinen Sport möglichst so wie immer und so wie früher zu bestreiten, wird scheitern, weil Umfeld und Sport dann bald nicht mehr zusammen passen.

Ich bin Agiler Coach und in Unternehmen begleite ich Veränderungsprozesse. Deswegen ist Veränderung für mich erstmal überhaupt nichts schlechtes. Man kann Dinge probieren und wenn's keinen Erfolg bringt, andere Dinge probieren oder auf den alten Status Quo zurück wechseln. So erhält man sich weiterentwickenlde Systeme, die auch in der Zukunft gegen die auf sie wirkenden Veränderungen resistent sind.

In diesem Fall würde ich in einem Gespräch mit beiden Seiten an einem Tisch folgende Fragen stellen (und sicherlich noch mehr):

Die erste Frage, die ich beiden Seiten stellen möchte ist: Wozu dient der Rallyesport? Was ist der Zweck?
Die nächste Frage ist: Inwiefern zahlt der Vorschlag des DMSB, den Andi oben beschrieben hat, auf den Zweck oder das Ziel des Sports ein? Wie viel zahlt ein Back to the roots auf das Ziel ein?
Zuletzt: Wenn es im Vorschlag des DMSB noch Dinge gibt, die Sicherheitsbedenken auslösen oder auf Widerstand stoßen, muss man es ja nicht lassen, sondern kann in die andere Richtung denken und sich fragen: Was müssen wir noch tun, damit es klappt und eine geile Sache wird?

Zu unserem Sport gehören viele Seiten und ich garantiere, dass ein schwarz/weiß Denken oder die Einstellung "wir müssen es nur so machen, wie ich mir das denke" nicht funktionieren werden.

Viele Grüße und vielleicht den ein oder anderen positiven Gedanken am Wochenende. :-)
Achim
- Wer schnell sein will, muss richtig bremsen -

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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von Andi Lugauer » Fr Mai 15, 2020 21:34

PumaTreter hat geschrieben:
Fr Mai 15, 2020 14:26
Auf die eine Seite wird der DMSB gestellt, der per se erstmal schlecht zu sein scheint. Auf der anderen Seite stehen die (so scheint es) wahren Verfechter des Sports, die ihn vor Veränderung bewahren wollen.

Mit dieser Aufstellung ist erstmal kein Blumentopf zu gewinnen. Weder für den Sport, noch für eine vernünftige Diskussion. Sowohl der DMSB als auch die Sportler haben vermutlich das Ziel, Motorsport in Deutschland zu betreiben und Menschen zu begeistern - jetzt und in den nächsten Jahrzehnten.
PumaTreter hat geschrieben:
Fr Mai 15, 2020 14:26
Zu unserem Sport gehören viele Seiten und ich garantiere, dass ein schwarz/weiß Denken oder die Einstellung "wir müssen es nur so machen, wie ich mir das denke" nicht funktionieren werden.
Nur, um das klarzustellen: Niemand (also ich nicht, und Martin vermutlich auch nicht) will den DMSB unmotiviert in ein schlechtes Licht stellen. Und es sagt auch keiner, daß man den Sport nicht auch verändern sollte, wo es Sinn macht. Man muß dort erneuern, wo es Sinn macht, und man muß dort bewahren, wo es Sinn macht. Aber da sollte man schon ein wenig sorgfältig überlegen, bevor man auf gut Glück Irgendetwas umkrempelt.

Mir ist auch klar, daß in erster Linie die FIA die Richtung in der Gestaltung des Sports vorgibt. Offiziell zumindest. Inoffiziell dürften wohl einige Lobbys mit Geld und Einfluß, die eben noch mehr von diesem Geld und Einfluß begehren, dahinter stehen. Und der DMSB ist erst in zweiter oder dritter Linie maßgeblich.
PumaTreter hat geschrieben:
Fr Mai 15, 2020 14:26
Um das so lange tun zu können, sollte man sich ein Ziel setzen, wie Motorsport in 10 Jahren aussehen kann und sollte. Und dann auf dieses Ziet zugehen, mit kleinen Schritten der Veränderung. Für mich steht außer Frage, dass Motorsport ebenso wie alle anderen Dinge, die uns umgeben, einer stetigen Veränderung unterliegt. Und die ist nicht von irgendwelchen Holzköpfen gemacht, die andren Menschen das Leben teurer oder schwerer machen möchten, sondern kommt oft von außen (Auflagen, Umweltschutz, geänderte Regularien in der Gesetzgebung). Wer hier versucht, seinen Sport möglichst so wie immer und so wie früher zu bestreiten, wird scheitern, weil Umfeld und Sport dann bald nicht mehr zusammen passen.

Ich bin Agiler Coach und in Unternehmen begleite ich Veränderungsprozesse. Deswegen ist Veränderung für mich erstmal überhaupt nichts schlechtes. Man kann Dinge probieren und wenn's keinen Erfolg bringt, andere Dinge probieren oder auf den alten Status Quo zurück wechseln. So erhält man sich weiterentwickenlde Systeme, die auch in der Zukunft gegen die auf sie wirkenden Veränderungen resistent sind.
Wiederum zur Klarstellung: Keiner hat gesagt, daß Veränderung per se schlecht ist. Nur leider, wenn man sich die Entwicklung des Rallyesports der letzten 20 Jahre anschaut, dann hat sich viel mehr zum Schlechten verändert als zum Guten. Vor Allem für die Hobbyfahrer mit mittlerem Einkommen – vom kleinen Einkommen will ich gar nicht reden – ist es sehr viel schwieriger geworden, Rallyesport zu betreiben. Ich denke, es gibt genügend Vertreter aus dieser Kategorie, die uns da sehr viel erzählen könnten. Und die Perspektive für einen Aufstieg in die Weltelite des Sports – wenn man nicht gerade in einem privilegierten Kreis geboren wurde oder in einem Land groß geworden ist, wo Rallyesport von der Kinderstube weg gefördert wird – ist heute aussichtsloser denn je. Wenn man sich nur anschaut, daß es in 15 Jahren nur zwei verschiedene Rallye-Weltmeister gegeben hat, dann kann man sich schon einen entsprechenden Reim darauf machen.

Es kann gerne Jemand Gegenargumente bringen. Gegen das, was ich hiermit vorbringe. Aber man hat schon sehr den Eindruck, daß die FIA und teilweise die ihr unterstehenden nationalen Organisationen die Richtung in die Weise bestimmen, daß eine bestimmte Klientel groß absahnt und alle Anderen die Zeche dafür zahlen müssen. Und das Alles unter dem Deckmantel „Umweltschutz“, „gesellschaftliche Änderungen“ und dergleichen Ähnliches.

Mir erscheint das extrem fadenscheinig. Wie überhaupt sich Vieles im FIA-Führungsstil kraß widerspricht. Man redet von Fortschrittlichkeit, aber man schreibt Antriebssysteme wie vor fünfzig Jahren vor. Man redet von Innovationen, aber durch die vielen reglementären Einschränkungen wird die technische Kreativität in den Hintergrund gedrängt. Man redet von ausgeglichenem Wettbewerb, aber in Wirklichkeit wird mehr denn je Alles dem Grundsatz „Geld regiert die Welt“ untergeordnet. Man redet von mehr und besserer Show, aber der fahrerische Anspruch (der das Geschehen auch spektakulärer macht) wird herabgesetzt (durch Verbot gemischter Untergründe und Ähnliches). Man redet von toller PR und Vermarktung, aber die in den einzelnen Kategorien beteiligten Marken kann man auf einer halben bis auf einer Hand abzählen. Vergleicht einmal die Anzahl der aktuell homologierten Rallyewagen mit der von vor 30 Jahren. Wo ist er, der Sinn dieser „Veränderungen“? WO???

Und zum Abschluß:
PumaTreter hat geschrieben:
Fr Mai 15, 2020 14:26
Die erste Frage, die ich beiden Seiten stellen möchte ist: Wozu dient der Rallyesport? Was ist der Zweck?
Da würden mir einmal auf die Schnelle folgende Dinge einfallen:

1. Menschen, die einen inneren Drang und eine Lust verspüren, Geschwindigkeit auszuleben, eine Möglichkeit zu geben, dieses legal zu tun (und damit Gefahrenpotentiale im öffentlichen Verkehr zu reduzieren).
2. Menschen eine Möglichkeit zu geben, sich selber zu verwirklichen (sportlich, als Tuner/Techniker/Pressebetreuer,…)
3. TEAMGEIST zu fördern…
4. Menschen zu unterhalten.
5. Menschen (egal ob aktiv oder passiv) eine Abwechslung zum grauen Lebensalltag zu bieten und ihnen damit eine positivere Lebenseinstellung zu ermöglichen.
6. Lokalen Tourismus zu fördern (=> volkswirtschaftlicher Gewinn).
7. Schwache wirtschaftliche Strukturen zu fördern (vor Allem in ländlichen Gebieten).
8. (Das gilt für Allem für den Profi-Rallyesport) Technische Innovationen voranzutreiben (auch in ökologischer Hinsicht; wird leider viel zu wenig genützt).
9. Eine gute und attraktive Werbeplattform zu bieten.
10. Wirtschaftsbetrieben (von der kleinen Werkstätte bis zum großen Industriebetrieb) eine Einnahmequelle zu bieten.
11. Arbeitsplätze zu schaffen.

ALLES SO UNWICHTIG???
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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von PumaTreter » Sa Mai 16, 2020 10:55

Andi Lugauer hat geschrieben:
Fr Mai 15, 2020 21:34
ALLES SO UNWICHTIG???
Nein, überhaupt nicht. Deswegen verstehe ich auch nicht, warum das alles groß schreibst - das wird in Schriftform in Foren als "lautes Schreien" verstanden und passt wirklich nicht hierher.

Ich vermute, dass sich Vertreter von FIA und DMSB hier nicht äußern werden, deswegen wird es für mich persönlich schwer bleiben, Entscheidungen von dort zu beurteilen, weil ich deren Ziel nicht kenne. Es wäre schön, wenn hier mehr Transparenz herschen würde.

Viele Grüße
Achim
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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von MartinGSI » Sa Mai 16, 2020 15:37

Also gegen die Unterstellung ich wolle per se den DMSB schlecht machen wehre ich mich vehement.
Es ist ja auch nicht so als hätte der DMSB ausschließlich Mist fabrizier.
Die Neuaufstellung des DMSB Rallye Cup (kurz DRC) ist zum Beispiel (bis auf ein paar Details) super gelöst und von der Fahrerschaft angenommen worden.
Und so Sachen wie die (grundlose) Abschaffung der Gruppe H, "Wahl" des Fahrervertreters für den Fachausschuss, Sicherheitstankpflicht, Freigabe teurer Fahrzeuge auch für Anfänger Veranstaltungen waren jetzt nicht sonderlich sinnvoll und auch nicht förderlich für den Sport.

Und ja. ich finde es schade wenn man den Leuten Vorgaukelt, Rallye wäre so langweilig das man sich "Attraktivität" von anderen Disziplinen "leihen" müsste.
Deshalb und auch weil ich kein Mensch bin der einfach nur "gegen" etwas ist, mache ich hald auch Vorschläge wie man das zu erreichende Ziel (solange dem Sport dienlich) auch erreichen kann ohne den Sport an sich zu beschädigen.
Auch halte ich nix von "Einsteiger-Fahrzeugen" die gemeingefährlich sind. DAS schadet nämlich unserem Sport, sobald auch nur 1 Unfall ( und das soll ja bei Anfängern vorkommen) passiert.

Ums mal konkret zu sagen. Lieber einen Berlandy im Gruppe H Kadett oder einen Röhl im 037 im "Show Programm" als einen "drifter".

Auch habe ich nichts gegen Veränderungen im Sport. Ich bin selbst sehr stolz darauf in der Auswahl und dem Aufbau meiner Fahrzeuge oft "neue Wege" gegangen zu sein. Ich habe auch immer versucht den schon lange nach außen getragenen Wunsch des DMSB nach "neueren" Autos Rechnung getragen. Aktuell fahre ich somit eines der jüngsten (nicht homologierten) Fahrzeuge im Bayrischen Raum (das durchschnittliche Baujahr eines Breitensport Rallye ode rSlalom Fahrzeuges ist immer noch deutlich vor 2000).
Aber es soll hald alles immer noch "Rallye Breitensport" sein. Und nicht WRC und auch nicht was anderes. Rallye hat sich in den letzten 70 Jahren deutlich gewandelt. Das würd es auch weiterhin tuen. Aber man darf nicht vergessen, Rallye war mal beliebter als Formel 1. Heute ist es eine "Randsportart". Natürlich gibt es auch Menschen die da Gerne an "Gestern" denken. Und das sage ich obwohl ich die 2 Phase der Gruppe B für die Größte Fehlentscheidung des Rallyesport überhaupt gehalten habe (wäre die Gruppe S gekommen wäre es diese gewesen)!

Und auch da geb ich dir Recht. Einen Herrn Todt wird das wohl relativ wenig interessieren was ich oder Andi hier denken bzw. von uns geben. Auch den DMSB juckt der einzelne Fahrer einen Pups (hat man ja auch schon bei so mancher sinnbefreiten Änderung für Slalom-Fahrer gemerkt). Aber wenn die Fahrerschaft "Gemeinsam" über Lösungen Diskutiert und diese auch Gemeinsam nach aussen trägt, kann es der DMSB zumindest mal nicht ignorieren. Das heist nicht das es deswegen was ändert. Aber man wird doch noch hoffen dürfen.

Ich betreibe Motorsport seit 2006 (Slalom) Rallye seit 2008. Für mich ist das "Fahren am Limit" immer etwas besonderes gewesen. Mir ist das immer egal gewesen ob jemand auf ner Autobahn 280 fährt. Auf nem schmalen Feldweg 120. DAS ist meine Welt.
Zu deiner Frage "Wozu dient der Rallyesport".
Diese Frage kann man natürlich auf jedes Hobby beziehen. Die (ehrliche) Antwort ist meist die selbe. Weils Spaß macht.
Der Motorsport an sich ist für mich auch ein Teil Verkehrserziehung gewesen. Ich war 2006 tatsächlich der Meinung "Ich kann Autofahren". Mein erster Slalom (ohne Poller!!!!) zeigte mir trotzdem ganz deutlich. "Nein kannst du nicht!" Diese Erfahrungen haben mir im Realen leben (Außendienst) schon geholfen unzählige Unfälle zu vermeiden.
Es mag arrogant oder engstirnig klingen. Aber ich bin der Meinung durch den Motorsport nicht nur ein Besserer Autofahrer sondern ein Besserer Mensch geworden zu sein. Denn wenn du 160 durch den Wald. oder mit 200 über ne schmale Landstraße fährst, solltest du mit dir selbst im Reinen sein.
Für mich ist eine Rallye entspannender als ein Wochenende Wellness!
Und zu guterletzt. Ich Liebe Rallye weil es einfach MEIN Sport ist und ich gönne mir den Luxus dies nicht Rational begründen zu müssen (genau wie jeder Fußballfan auch !!!)
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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von Andi Lugauer » Sa Mai 16, 2020 19:47

PumaTreter hat geschrieben:
Sa Mai 16, 2020 10:55
Andi Lugauer hat geschrieben:
Fr Mai 15, 2020 21:34
ALLES SO UNWICHTIG???
Nein, überhaupt nicht. Deswegen verstehe ich auch nicht, warum das alles groß schreibst - das wird in Schriftform in Foren als "lautes Schreien" verstanden und passt wirklich nicht hierher.
Wenn das Deine einzige Sorge ist…

Es wird schlimmere Dinge geben, als wenn einmal drei Worte in Großbuchstaben geschrieben sind. Und unter uns gesagt: Ein bißchen aufrütteln kann manchmal nicht schaden.
PumaTreter hat geschrieben:
Sa Mai 16, 2020 10:55
Ich vermute, dass sich Vertreter von FIA und DMSB hier nicht äußern werden, deswegen wird es für mich persönlich schwer bleiben, Entscheidungen von dort zu beurteilen, weil ich deren Ziel nicht kenne. Es wäre schön, wenn hier mehr Transparenz herschen würde.
In der Tat.

Aber ich erkenne auch so, wie der Hase rennt.
MartinGSI hat geschrieben:
Do Mai 14, 2020 19:58
und auch wenns nervt. Erst verbietet man spektakuläre Rallye Autos um dann Spektakuläre Autos anderer Motorsport Kategorien als "Lockmittel" zu holen?
Das wollen wir doch hoffen, daß es nervt! Zumindest diejenigen sollte es nerven, die über die Reglements bestimmen. Und den Sportlern, Veranstaltern und in letzter Konsequenz auch Zusehern Dinge zumuten, die kontraproduktiv für den Sport und alle Beteiligte sind. Zumal für alles, was sich außerhalb der Sphären der klassischen Platzhirschen abspielt.

Aber solange der Druck von Unten nicht größer ist als der Druck von Oben, wird sich nichts zum Besseren ändern.
MartinGSI hat geschrieben:
Sa Mai 16, 2020 15:37
Und zu guterletzt. Ich Liebe Rallye weil es einfach MEIN Sport ist und ich gönne mir den Luxus dies nicht Rational begründen zu müssen (genau wie jeder Fußballfan auch !!!)
Eigentlich auch eine legitime Sichtweise.

Trotzdem kann es nicht schaden, wenn wir Argumente und Fakten im Talon haben, die für die Existenz des Rallyesports sprechen und auch rational begründen, warum es sich lohnt, diesen Sport aufrecht zu erhalten - und das in einer möglichst funktionierenden und attraktiven Form. Und hier gibt es in der Tat starke Gründe, die wir als Fürsprecher des Sports in die Waagschale werfen können.
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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von EWO » So Mai 17, 2020 09:48



Trotzdem kann es nicht schaden, wenn wir Argumente und Fakten im Talon haben, die für die Existenz des Rallyesports sprechen und auch rational begründen, warum es sich lohnt, diesen Sport aufrecht zu erhalten - und das in einer möglichst funktionierenden und attraktiven Form. Und hier gibt es in der Tat starke Gründe, die wir als Fürsprecher des Sports in die Waagschale werfen können.
Mit zunehmendem Alter entsteht entweder mehr Starrköpfigkeit oder in anderer Richtung mehr weltliche Weitsicht.

Mit Verlaub Andi, die von mir zitierten Zeilen sehe ich als Unsinn an.
Rallysport mit rationalen Argumenten belegen, die geeignet wären Nicht-Motorsportler von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen kann ich mir bei aller Phantasie nicht vorstellen.
Kannst ja mal ein paar griffige Argumente Listen.

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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von PumaTreter » So Mai 17, 2020 14:08

Andi Lugauer hat geschrieben:
Sa Mai 16, 2020 19:47
Wenn das Deine einzige Sorge ist…
Nein, Andi, ist es nicht. Aber ich weiß, dass deine und meine Sorgen völlig unterschiedlich sind. :-D
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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von Andi Lugauer » So Mai 17, 2020 19:22

EWO hat geschrieben:
So Mai 17, 2020 09:48
Mit zunehmendem Alter entsteht entweder mehr Starrköpfigkeit oder in anderer Richtung mehr weltliche Weitsicht.

Mit Verlaub Andi, die von mir zitierten Zeilen sehe ich als Unsinn an.
Rallysport mit rationalen Argumenten belegen, die geeignet wären Nicht-Motorsportler von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen kann ich mir bei aller Phantasie nicht vorstellen.
Kannst ja mal ein paar griffige Argumente Listen.
Habe ich doch schon:
Andi Lugauer hat geschrieben:
Fr Mai 15, 2020 21:34
1. Menschen, die einen inneren Drang und eine Lust verspüren, Geschwindigkeit auszuleben, eine Möglichkeit zu geben, dieses legal zu tun (und damit Gefahrenpotentiale im öffentlichen Verkehr zu reduzieren).
2. Menschen eine Möglichkeit zu geben, sich selber zu verwirklichen (sportlich, als Tuner/Techniker/Pressebetreuer,…)
3. TEAMGEIST zu fördern…
4. Menschen zu unterhalten.
5. Menschen (egal ob aktiv oder passiv) eine Abwechslung zum grauen Lebensalltag zu bieten und ihnen damit eine positivere Lebenseinstellung zu ermöglichen.
6. Lokalen Tourismus zu fördern (=> volkswirtschaftlicher Gewinn).
7. Schwache wirtschaftliche Strukturen zu fördern (vor Allem in ländlichen Gebieten).
8. (Das gilt für Allem für den Profi-Rallyesport) Technische Innovationen voranzutreiben (auch in ökologischer Hinsicht; wird leider viel zu wenig genützt).
9. Eine gute und attraktive Werbeplattform zu bieten.
10. Wirtschaftsbetrieben (von der kleinen Werkstätte bis zum großen Industriebetrieb) eine Einnahmequelle zu bieten.
11. Arbeitsplätze zu schaffen.
Ich weiß: Wenn man ein ganz strikter Rallye-Gegner ist, wird man sich von dem auch nicht umstimmen lassen. Je nachdem, wie schwer die Abneigung ausgeprägt ist, wird man sich durch das eine oder andere Sachargument von der Existenzberechtigung des Rallyesports überzeugen lassen – oder auch nicht. Aber Personen, die gegen diese Art Motorsport - oder gegen Motorsport generell - sind, hat es immer gegeben. Und die wird es immer geben. Das soll uns trotzdem nicht daran hindern, unser Programm so sinnvoll und attraktiv als möglich durchzuziehen. Wenn Viele einen guten Beitrag dafür leisten, wird es eine tolle Sache. Wichtig ist, daß wir vor Allem die Menschen ansprechen - oder wieder für den Sport begeistern - die dafür grundsätzlich empfänglich sind. Das sind nach meiner Erfahrung gar nicht so wenige.

Und solltest Du mir allen Ernstes Starrsinn attestieren wollen, so kann ich Dir nur so viel sagen: Ich halte mich immer an die Fakten. Und das, ohne dabei Weitsicht und Weltoffenheit vermissen zu lassen. Nur - wenn manche Leute das Blaue vom Himmel herunterlügen, und das ihrerseits betont hartnäckig: Dann werde ich stur.

Ich denke, daß das Alles in Allem ein Weg ist, der zum Erfolg führen sollte.
PumaTreter hat geschrieben:
So Mai 17, 2020 14:08
Andi Lugauer hat geschrieben:
Sa Mai 16, 2020 19:47
Wenn das Deine einzige Sorge ist…
Nein, Andi, ist es nicht. Aber ich weiß, dass deine und meine Sorgen völlig unterschiedlich sind. :-D
Wer weiß. :-D

Laßt uns in Ruhe den Sachthemen zuwenden, man wird dann schon Genaueres sagen können.
Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist nicht zielführend. Denn der führt nach Unten.

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EWO
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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von EWO » Di Mai 19, 2020 22:26

Auch wenn deine Liste eine nette Darstellung Pro-Rallysport zeigt, so sehe ich doch nur sehr wenig Rationalität.
Die Welt bzw. unsere Gesellschaft braucht den Rallyesports nicht um sich weiter zu entwickeln. Es ist eben eine Nische, die zudem noch ökologisch fragwürdig daherkommt.
Ich sähe es auch lieber anders.

Andi Lugauer
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Re: Marode DRM u.Ä.: Cross-Karts & Co als Langeweile-Killer

Beitrag von Andi Lugauer » Mi Mai 20, 2020 18:24

EWO hat geschrieben:
Di Mai 19, 2020 22:26
Auch wenn deine Liste eine nette Darstellung Pro-Rallysport zeigt, so sehe ich doch nur sehr wenig Rationalität.
Die Welt bzw. unsere Gesellschaft braucht den Rallyesports nicht um sich weiter zu entwickeln. Es ist eben eine Nische, die zudem noch ökologisch fragwürdig daherkommt.
Ich sähe es auch lieber anders.
Ach so.

Hinter solchen Funktionen, wie daß zum Beispiel Menschen, die zum schnellen Autofahren neigen, von der Straße weggeholt werden, sodaß sie ihren Geschwindigkeitsdrang auf abgesperrten Pfaden ausleben können, und damit die Sicherheit im öffentlichen Verkehr erhöht wird, oder daß Arbeitsplätze geschaffen werden, oder daß in der Aktivität im Sport Fleiß, Zusammengehörigkeitsgefühl und Fairneß gefördert werden (um nur ein paar Aspekte zu nennen) steckt überhaupt kein vernünftiger, rationaler Gesichtspunkt. Alles klar.

Wenn wir so eingestellt sind, können wir eigentlich gleich einpacken. Was wollen wir denn?

Realitätssinn: Schön und gut. Aber man muß den Sport nicht schlechter darstellen, als er ist. Und von wegen "unnötig" und "ökologisch fragwürdig": Wenn wir diesen Gedankengang konsequent fortsetzen, können wir uns genauso gut fragen: Wer braucht Musik-Aufführungen? Wer braucht irgendeine Art von Sport, wo es Publikum gibt (das größtenteils ja auch anreisen muß)? Wer braucht überhaupt jegliche Art von Kultur oder Unterhaltung, wofür man Entfernungen (und die dann mit einem Fahrzeug) zurücklegen muß?

Abgesehen von dem: Ich denke, es gibt ökologisch weitaus fragwürdigere Dinge als Rallyes. Und weitaus größere Umweltsünden, die man mit etwas vernünftigerer Planung und teilweise Disziplin ohne Weiteres vermeiden könnte. Der Rallyesport erfüllt durchaus sinnvolle Zwecke, und das umso mehr, je mehr sich alle Beteiligten bemühen, möglichst viel daraus zu machen. Wenn uns das nicht bewußt ist, ist uns nicht mehr zu helfen.

Ein bißchen mehr positiver Spirit, ein bißchen mehr gute Ziele ins Auge fassen und sich auf die vorhandenen Chancen besinnen, und ein bißchen weniger von den blockierenden, demotivierenden Denkmustern. Wie wär’s damit?

Und ich sage Dir Eines: Wenn wir nur einen Raser auf der Straße weniger haben, der sonst notgedrungen dort planlos sein Unwesen treiben würde, es aber nicht tut, weil der sich auf einer Rallyepiste austoben kann und darf, dann hat der Sport schon eine wichtige Aufgabe erfüllt. Auch für Menschen ohne Rallye-Begeisterung.

So kann man es auch sehen.
Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist nicht zielführend. Denn der führt nach Unten.

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