Tradition vs. Zukunftsprogramm im Rallyesport: Die Tops und Flops der Umgestaltungen/plus persönl. Visionen

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EWO
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Re: Tradition vs. Zukunftsprogramm im Rallyesport: Die Tops und Flops der Umgestaltungen/plus persönl. Visionen

Beitrag von EWO »


Und wer sagt eigentlich, daß global gesehen der Motorsport in der breiten Bevölkerung so derartig im Abseits steht?
Ich, auf Basis meine ganz persönlichen Erfahrungen mit meinem Umfeld.
Unterstützung sehe ich u. a. darin das die Medien immer weniger über Motorsport berichten. Anfrage bei unserer regionalen Tageszeitung warum vom 24h Rennen oder der Dakar Rallye nicht mal ein bischen berichtet wird "kein Interesse".
Da werden lieber zig Seiten mit Fussball gefüllt.

Klar mag es irgendwo sonst in der Welt mehr Motorsport Begeisterung geben als bei und, das hilft uns aber überhaupt nicht.
Andi Lugauer
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Re: Tradition vs. Zukunftsprogramm im Rallyesport: Die Tops und Flops der Umgestaltungen/plus persönl. Visionen

Beitrag von Andi Lugauer »

EWO hat geschrieben:
So Sep 12, 2021 07:42

Und wer sagt eigentlich, daß global gesehen der Motorsport in der breiten Bevölkerung so derartig im Abseits steht?
Ich, auf Basis meine ganz persönlichen Erfahrungen mit meinem Umfeld.
Unterstützung sehe ich u. a. darin das die Medien immer weniger über Motorsport berichten. Anfrage bei unserer regionalen Tageszeitung warum vom 24h Rennen oder der Dakar Rallye nicht mal ein bischen berichtet wird "kein Interesse".
Da werden lieber zig Seiten mit Fussball gefüllt.

Klar mag es irgendwo sonst in der Welt mehr Motorsport Begeisterung geben als bei und, das hilft uns aber überhaupt nicht.
Da reden wir aber von zwei verschiedenen Dingen: Davon, wie der Motorsport national bewertet wird, und von der Rallye-Weltmeisterschaft.

Ich bin dafür, daß da klar unterschieden wird. Sonst könnte Jemand auf die Idee kommen, die Werksbeteiligung in der Rallye-Weltmeisterschaft wäre deswegen so schwach, weil bei uns der Motorsport BEI etwas mehr TEILEN DER BEVÖLKERUNG (weil mehr ist es auch nicht) in Ungnade gefallen ist.

Tatsache ist auch: Motorsport-Gegner hat es immer schon gegeben. Trotzdem: Wenn man vor Allem in die Achtziger Jahre zurück blickt, so ist da der Rallyesport in Deutschland recht gut dagestanden. Vielleicht sind es auch noch andere Dinge, die zu der Zeit anders waren, als sie heute sind - als nur das verstärkte Umweltbewußtsein.

Vielleicht hat man sich in früheren Zeiten vor Allem stärker bemüht, möglichst viel aus dem Sport zu machen? Was klarerweise auch leichter gefallen ist, mit Gallionsfiguren wie Röhrl, der sporadisch auch in der Deutschen Rallye-Meisterschaft engagiert war, mit einem Achim Warmbold, später einem Armin Schwarz. Und auch Isolde Holderied war irgendwie ein Liebkind des Publikums, zu Recht natürlich. Erwin Weber wiederum hat es immerhin zu einem Europameistertitel geschafft. Ein wenig ist auch die Autoindustrie stärker dahinter gestanden...das war Alles sehr motivierend und hat gute sportliche Verhältnisse begünstigt.

Trotzdem sollten auch wir im deutschsprachigen Raum heute noch mit Begeisterung und Überzeugung hinter unserem Rallyesport stehen. Es kann dadurch nur besser werden. Ein paar gute Ansätze sind ja nach wie vor da, aus denen man etwas machen kann. Und wenn jede Kleinigkeit genützt wird, die kurzfristig zur Aufwertung des Sports zur Verfügung steht, und immer wieder noch ein klein wenig drauf setzt, werden die Verhältnisse besser und besser und besser. Und das Interesse wird laufend steigen, je besser und attraktiver sich der Sport präsentiert.

Wenn die 3-Städte-Rallye 2021 stattfinden wird können, als deutscher UND österreichischer Meisterschaftslauf, könnte das auch wertvolle Impulse für einen Auftrieb liefern. Ich hoffe, sie kann stattfinden.
Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist nicht zielführend. Denn der führt nach Unten.
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EWO
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Re: Tradition vs. Zukunftsprogramm im Rallyesport: Die Tops und Flops der Umgestaltungen/plus persönl. Visionen

Beitrag von EWO »

Und wenn jede Kleinigkeit genützt wird, die kurzfristig zur Aufwertung des Sports zur Verfügung steht, und immer wieder noch ein klein wenig drauf setzt, werden die Verhältnisse besser und besser und besser. Und das Interesse wird laufend steigen, je besser und attraktiver sich der Sport präsentiert.
Diese Argumentation gibt es seit 30 Jahren und dennoch ging es stetig (!) bergab. 🙄
Ich für mein Teil nutze und erfreue mich an dem was es noch gibt. Meine Diskussionen mit diversen lokalen Presse-Redakteuren waren zumeist fruchtlos und frustrierend.
Wenn ich es nicht mal geschafft habe meine eigenen Kinder Interesse für den Motorsport zu haben, sehe ich meine Bemühungen als gescheitert an und habe aufgegeben den Rest der Welt von unserem Hobby zu begeistern.
Andi Lugauer
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Re: Tradition vs. Zukunftsprogramm im Rallyesport: Die Tops und Flops der Umgestaltungen/plus persönl. Visionen

Beitrag von Andi Lugauer »

EWO hat geschrieben:
So Sep 12, 2021 10:10
Und wenn jede Kleinigkeit genützt wird, die kurzfristig zur Aufwertung des Sports zur Verfügung steht, und immer wieder noch ein klein wenig drauf setzt, werden die Verhältnisse besser und besser und besser. Und das Interesse wird laufend steigen, je besser und attraktiver sich der Sport präsentiert.
Diese Argumentation gibt es seit 30 Jahren und dennoch ging es stetig (!) bergab. 🙄
Die Argumentation gibt es schon. Aber nicht (oder zu wenig) die konkrete Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen, um sportlich das Richtige zu bewegen und zu erreichen.

Wenn es stetig bergab gegangen ist, dann haben wir Alle (jawohl: WIR ALLE!) eben zu wenig getan, damit das Feuer in voller Pracht erhalten bleibt. So wurde halt das Feuer stetig weniger...und die nutzlose Asche immer mehr.
EWO hat geschrieben:
So Sep 12, 2021 10:10
Ich für mein Teil nutze und erfreue mich an dem was es noch gibt. Meine Diskussionen mit diversen lokalen Presse-Redakteuren waren zumeist fruchtlos und frustrierend.
Wenn ich es nicht mal geschafft habe meine eigenen Kinder Interesse für den Motorsport zu haben, sehe ich meine Bemühungen als gescheitert an und habe aufgegeben den Rest der Welt von unserem Hobby zu begeistern.
Hätte sich der Rallyesport zu der Zeit, als ich noch ein Kind war, auch schon so präsentiert wie heute, wäre ich auch nie ein Rallye-Begeisterter geworden. Man muß eben das Richtige tun, um Leidenschaft und Interesse zu wecken. Und offenbar ist in den letzten Jahrzehnten zu wenig in diese Richtung geschehen.

Wenn man will, daß sich etwas bessert, muß man eben gemeinsam bestmöglich dafür sorgen, daß sich etwas ändert. Es gibt mehr als genug Rallye-Nationen, die vorzeigen, wie man den Wettbewerb mit einem recht überschaubaren zusätzlichen Aufwand recht ansprechend gestalten kann. Es kommt Alles zurück - in Form von verstärkter öffentlicher und medialer Resonanz - und damit auch in Form von verstärktem Sponsoreninteresse und Interesse der politischen Gestalter und Verwalter, sich hinter den Rallyesport zu stellen.

Man muß ein gutes Ziel haben. Und daran glauben, daß es zu erreichen ist, wenn man genug dafür tut. Das ist der Grund, warum die Einen als Rallye-Nation erfolgreicher sind, und die Anderen weniger. Läßt sich aber ändern.
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PumaTreter
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Re: Tradition vs. Zukunftsprogramm im Rallyesport: Die Tops und Flops der Umgestaltungen/plus persönl. Visionen

Beitrag von PumaTreter »

Andi Lugauer hat geschrieben:
Sa Sep 11, 2021 22:00
Und wer sagt eigentlich, daß global gesehen der Motorsport in der breiten Bevölkerung so derartig im Abseits steht? Es gibt genug Nationen, in denen der nationale Rallyesport in höchster Blüte steht. Da liest man bestimmt auch Zeitung und erfährt von CO2, klimatischer Bedrohung und derlei Ähnlichem. Da werden Rallyes wie eh und je mit Begeisterung betrieben. Nur offenbar im deutschsprachigen Raum ist man so doof, daß man beim kleinsten Gegenwind (der gar nicht immer nur von Grün-Bewegungen kommen muß) in die Knie geht. Anstatt energisch und entschlossen alle Möglichkeiten zu nützen, um den Sport aufzuwerten und möglichst viele Fans von der breiten Masse (und damit auch zusätzliche Förderer/Sponsoren/Fürsprecher) zu gewinnen.

Mir braucht Ihr nichts zu erzählen. Ich kenne das von Österreich genauso.
Das halte ich für eine recht gewagte These, dass im Deutschsprachigen Raum beim kleinsten Gegenwind in die Knie gegangen wird. Sie ärgert mich sogar.

Ich kenne keinen einzigen Veranstalter, der beim ersten Gegenwind die Segel gestrichen hat. Im Gegenteil, ich kenne genug Veranstalter, die sich durch sämtliche Gremien der Genehmigungsbehörden gefragt haben, um noch etwas zu retten. Ich kenne Veranstalter, die im Rallyebereich ganze Dörfer begeistern können und diese darauf hinfiebern, dass die Rallye wieder zu ihnen kommt. Und das alles mit hunderten von Stunden Ehrenamtlicher Arbeit.

Den ewigen Ruf nach "alle Möglichkeiten nutzen", "Sponsoren gewinnen", mehr Aufwand betreiben und sich einfach mehr Mühe geben, kann ich langsam nicht mehr hören. Klar kann man das alles machen, kostet ja auch nichts, weil die Veranstalter im Ehrenamt sind. Müsste man die Arbeit bezahlen wäre die Forderung vermutlich leiser. Die Genehmigungsverfahren sind im Gegensatz zu früher auch nicht leichter geworden, die Auflagen werden mehr und nicht weniger. Gleichzeitig fehlt ein angemessen großer Zuwachs an Mitgliedern und Helfern im Motorsport, so dass immer mehr Ehrenamtliche Arbeit auch immer weniger Schultern verteilt wird.

Viele Grüße
Achim (Motorsportler seit 1980)
- Wer schnell sein will, muss richtig bremsen -

Alles ist Motorsport: https://www.youtube.com/watch?v=YUQG5zKHLBE
Andi Lugauer
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Re: Tradition vs. Zukunftsprogramm im Rallyesport: Die Tops und Flops der Umgestaltungen/plus persönl. Visionen

Beitrag von Andi Lugauer »

Grüß Dich, Achim.

Okay…vielleicht habe ich ein klein wenig zu dick aufgetragen. Das gehört halt schon einmal dazu, wenn man die Menschen wachrütteln will.

Aber gut, bleiben wir bei der Sache. Ich bin mir natürlich sicher, daß es Veranstalter und Funktionäre gibt, die sehr Vieles ehrenamtlich machen und sich mit großem Engagement hineinwerfen. Denen möchte ich ausdrücklich für ihren unermüdlichen und oftmals selbstlosen Einsatz danken.

Doch auch, um solchen Menschen die Arbeit zu erleichtern und ihnen gegebenenfalls die Möglichkeit zu geben, aus dem Ganzen ein bißchen (mehr) Profit zu holen (was ihnen ja an sich zustünde), finde ich, daß der Zusammenhalt zwischen Fans, Teams und Veranstaltern intensiviert gehört. Und wer sonst noch in die Geschehnisse involviert ist. Daß Einer Verständnis für die Anliegen des Anderen aufbringt. Ganz schlicht gesagt. UND daß an den Erfolg geglaubt wird, wenn ein Jeder ein bißchen was beiträgt.

Ich habe bei mir zu Hause schon oft gemerkt, daß die Stimmung zwischen Veranstaltern, Teilnehmern (vor Allem, wenn sie nicht so der „Elite“ angehören) und Fans oft nicht so gut war. Auch ich habe die einen oder anderen verbalen Schläge und beinahe auch richtige Schläge abgekriegt, und das nur, weil ich mir ganz sachlich überlege, welche Lösungen man für verschiedene Problematiken entwickeln könnte. Weil mitunter ist man ja für verschiedene Dinge bei allem Einsatz etwas betriebsblind. Und wenn ich dann, wenn ich die Nase voll habe von diversen unmotivierten Anfeindungen, irgendwann einmal etwas schärfer kritisiere, weil ich finde, daß das nicht der richtige Umgang sein kann, heißt es sofort, du Trottel hast ja noch nicht einmal eine Rallye organisiert. Daß mit dieser Denkungshaltung auf die Dauer kein Weiterkommen möglich ist, sollte einleuchten. Da braucht sich Keiner auf den Gegenwind durch diverse Grün-Fraktionen ausreden.

Der ganze formale Einsatz in Ehren, aber um Menschen für den Sport zu gewinnen, braucht es auch den gewissen Spirit. Und ich sage nicht, daß das ausschließlich in den Händen der „Rallyemacher“ liegen soll. Ich sage ja immer wieder: WIR ALLE sind gefordert! Auch die Teams, Teilnehmer…auch jeder normale Fan kann etwas mit beisteuern.

Nur ein Beispiel: Bei der Rallye Stemweder Berg ist ein Teilnehmer mit einem Wankel-Mazda neueren Datums mitgefahren. Und offensichtlich kein allzu langsamer. Das Auto ist super anzusehen und anzuhören. Und eine nicht alltägliche Erscheinung auf der Rallyepiste. Vor Allem in Mitteleuropa. Da mache ich doch als Team eine Presseaussendung und lenke ein bißchen Aufmerksamkeit auf das, was ich mache. Das bringt den Sportlern neue Fans, und dem Rallyesport insgesamt auch. Schaden kann es sicher nicht.

Die Anhänger können wiederum ein Zeichen setzen, indem sie ein aussagekräftiges Feedback geben und den Fahrern und Veranstaltern signalisieren, daß ihre Vorbereitungsarbeit und ihre Aktivität während des Events nicht umsonst sind. Über direkte Zuschriften, über Leserbriefe, über bemühte Forumseinträge, über Comments via Youtube u.Ä. … - der Möglichkeiten gibt es viele.

Keiner soll sagen, „die Anderen“ sollen den ersten Schritt in Richtung eines Rallyesports mit mehr Attraktivität und Drive tun. Jeder kann und sollte bei sich selbst anfangen. Ich mache ja auch was. Nicht nur, indem ich – wie ich denke – recht sorgfältig durchdachte Forums-Einträge schreibe, sondern ein wenig auch als Pressebetreuer und als Redakteur. Wenn ich sehe, daß es einen Sinn hat, bin ich auch für mehr bereit.

Zu guter Letzt darf man sich ruhig ein wenig gegenseitig motivieren und auch schon kleine Dienste für den Sport würdigen. Und sei es auch nur, daß ein Fan ein verstärktes Interesse signalisiert. Das braucht der Sport schließlich, um überhaupt auf Dauer bestehen zu können. Da darf man auch ein wenig gelegentliche Kritik wohlwollend in Kauf nehmen, wie ich finde.

Ich sage Kritik. Nicht Polemik.
Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist nicht zielführend. Denn der führt nach Unten.
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EWO
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Re: Tradition vs. Zukunftsprogramm im Rallyesport: Die Tops und Flops der Umgestaltungen/plus persönl. Visionen

Beitrag von EWO »

Alles richtig waa du schreibst

Aber wie motiviert man "andere" in unserer Nehmergesellschaft.
MartinGSI
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Re: Tradition vs. Zukunftsprogramm im Rallyesport: Die Tops und Flops der Umgestaltungen/plus persönl. Visionen

Beitrag von MartinGSI »

So auch mal zu Wort melde.
Denke das Grundproblem sind....
die Sportler selbst!

Ist zumindest mein Eindruck. Ich LIEBE diesen Sport. Doch viele Kollegen machen den Sport teils verbissener und teils legerer. Beides ein problem.

Die einen sind 2 Wochen davor am Trainieren (mim Wettbewerbs Auto), schlagen beim "Besichtigen" schon den ein oder anderen WP Rekord und ignorieren grundlegend ALLE Verkehrsregeln, da Sie ja in einem Wettbewerbs Auto sitzen.
Kenne das leider sowohl aus Veranstalter- als auch aus Teilnehmer Sicht.
Die anderen kommen Samstag morgen mit Restalkohol zur Abnahme und Ihre einzigen Erfolge feiern Sie an der Bar. Das auto fällt in 90% der fälle aufgrund technischer gebrechen aus. Und der "Verbrauch" bei der Besatzung ist höher als beim Auto.

Beides natürlich extreme. Aber beides Schadet dem Sport ungemein.

Veranstalter haben hier oft angst zu agieren, da Sie JEDEN Starter brauchen um wenigstens bei 0 raus zu kommen. Trotzdem ist das in der "Außenwirkung" schwierig.

Aber ich sehe auch den Verband in der Pflicht. Mit der DRC ist der erste schritt in die Richtige Richtung erfolgt. Hier muss aber noch mehr Förderung und vor allem mehr Werbung für den Breitensport erfolgen!
Das Leben ist zu Kurz um vernünftig zu sein!

http://www.rallyeteam-hartmann.de
Andi Lugauer
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Re: Tradition vs. Zukunftsprogramm im Rallyesport: Die Tops und Flops der Umgestaltungen/plus persönl. Visionen

Beitrag von Andi Lugauer »

EWO hat geschrieben:
Di Sep 14, 2021 21:56
Alles richtig waa du schreibst
Schön, daß Du das so siehst. Ich danke Dir sehr herzlich! :-D
EWO hat geschrieben:
Di Sep 14, 2021 21:56
Aber wie motiviert man "andere" in unserer Nehmergesellschaft.
Am einfachsten vielleicht damit, indem man ihnen vor Augen führt, was für sie an Vorteilen herausspringt, wenn sie sich ein wenig „hineinwerfen“. Kurz gesagt: Will man mehr nehmen, muß man auch mehr geben.

Die Menschen sind vielleicht durchaus bereit, nicht nur zu nehmen und zu fordern, sondern auch etwas zu leisten, wenn die Perspektive eine gute ist. Sprich: Wenn reelle Anreize dafür da sind, persönliche Opfer zu bringen. Oder, wenn man sich bereits betätigt, sich halt ein bißchen mehr anzustrengen. Weil es sich eben lohnt.

Man darf dabei die Wirkung der emotionalen Power und der psychologischen Effekte auf gar keinen Fall unterschätzen. Es ist schwierig, Jemanden zu finden, der nicht mitjammert, wenn zehn Andere jammern. Statt dessen über Lösungen nachdenken, und wie sie am Ehesten zu verwirklichen sind. Dabei immer auf die richtige Überzeugungsarbeit setzen, den Menschen ein positives Ziel vor Augen führen. Das wäre jedenfalls mein Ansatz.

Vielleicht stelle ich mir Manches etwas zu einfach vor. Aber ich denke, ganz falsch können meine Gedanken und meine ganze Haltung nicht sein, wenn ich damit zwei Sportlern zu einem Rallyewagen verholfen habe, durch bloßes schriftliches Kommunizieren. Ich habe damit Begeisterung wecken können, auch bei Entscheidungsträgern, und die haben dann die entsprechenden Maßnahmen getroffen. Fragt den Harald Demuth, ob es so fruchtlos war, daß ich ihm zweimal geschrieben habe, er soll bei der Semperit-Rallye mitfahren. Den Herrn Fricker und den Herrn Diekmann könnt Ihr ja leider nicht mehr fragen. Die hätten Euch sicher Einiges erzählt, was der kleine Lugauer ins Rollen gebracht hat.

Ich hätte auch nicht einmal gedacht, daß das geht. Ganz ehrlich gesagt. Ich habe halt etwas probiert, und es hat Einiges gebracht. Wenn ein blindes Huhn auch einmal ein Korn findet, dann war es in dem Fall zumindest ein mittelgroßer Kornsack, bildlich gesprochen.

Brüsten will ich mich damit auf keinen Fall. Mich würde es viel mehr freuen, wenn andere Fans eine ähnliche Leidenschaft zeigen und damit auch persönliche Erfolge erreichen würden. Vielleicht gibt es doch noch ein paar Menschen, die an eine gute Zukunft des Rallyesports auch in Mitteleuropa glauben, und daß da sogar sehr viel ausbaufähig sein könnte. Und die ein bißchen gut im schriftlichen Ausdruck sind. Es ist den Versuch wert, da bin ich mir sicher. GANZ sicher.

Und wie ich vielleicht auch schon gesagt habe: Auch Kleinvieh macht Mist. Ein paar Forumseinträge da, ein paar Leserbriefe dort, ein paar persönliche Gespräche oder Briefwechsel mit Sportlern dort…unter Umständen auch das eine oder andere Dank- bzw. Anerkennungsschreiben an einen Sponsor oder ein Schreiben an eine Fernsehanstalt, daß man gerne (mehr) Rallyes sehen würde…Alles keine große Zauberei.

Das bringt Alles auch schon recht viel, wenn es viele Menschen machen. Und damit gezeigt wird: Der Sport lebt, und er hat nach wie vor viele Interessenten. Damit steigt automatisch der Grad der Unterstützung, und damit verbessern sich wieder die Möglichkeiten für die, die den Sport aktiv gestalten (Veranstalter, Sportler,…). Ich schreibe hier nicht, weil ich Andere belästigen will. Oder gar verärgern. Es sollen die Menschen Freude haben. Und die, die sich besonders engagieren, daraus einen Nutzen ziehen können. Sind das nicht Dinge, die wir Alle wollen?
MartinGSI hat geschrieben:
Mi Sep 15, 2021 14:51
So auch mal zu Wort melde.
Denke das Grundproblem sind....
die Sportler selbst!

Ist zumindest mein Eindruck. Ich LIEBE diesen Sport. Doch viele Kollegen machen den Sport teils verbissener und teils legerer. Beides ein problem.

Die einen sind 2 Wochen davor am Trainieren (mim Wettbewerbs Auto), schlagen beim "Besichtigen" schon den ein oder anderen WP Rekord und ignorieren grundlegend ALLE Verkehrsregeln, da Sie ja in einem Wettbewerbs Auto sitzen.
Kenne das leider sowohl aus Veranstalter- als auch aus Teilnehmer Sicht.
Die anderen kommen Samstag morgen mit Restalkohol zur Abnahme und Ihre einzigen Erfolge feiern Sie an der Bar. Das auto fällt in 90% der fälle aufgrund technischer gebrechen aus. Und der "Verbrauch" bei der Besatzung ist höher als beim Auto.

Beides natürlich extreme. Aber beides Schadet dem Sport ungemein.
Wenn's wirklich so ist, ist das natürlich ein ernstzunehmendes Problem. Hätte mir ehrlich gesagt mehr Vernunft von durchgehend allen Sportlerkollegen erwartet. Zumal sie sich im Endeffekt damit ja vor Allem selber schaden, wenn sie so unbedacht agieren.

Du als Praktiker kannst das wahrscheinlich genauer einschätzen als ich. Ich weiß auch nicht, wie die Angelegenheit von Region zu Region differiert. Kann mir aber vorstellen, daß man als Veranstalter bei solchen Sachen ganz schön graue Haare bekommt.

Da hilft nur wieder einmal: Größtmögliches Verständnis für die Anliegen der anderen beteiligten Seiten aufbringen! Zusammenarbeiten, zusammenarbeiten und noch mal zusammenarbeiten! Bloß sich nicht in der Wahrnehmung auf das beschränken, was sich innerhalb des eigenen Tellerrandes abspielt...!
Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist nicht zielführend. Denn der führt nach Unten.
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